Khalid Boulahrouz Foto: dpa

Der VfB-Verteidiger hofft, endlich eine feste Größe im Kampf gegen den Abstieg zu werden.

Stuttgart - Gerade einmal sieben Partien hat Khalid Boulahrouz bislang in dieser Saison bestritten, davon nur fünf von Beginn an. Eine ernüchternde Bilanz zum 25. Spieltag. Der Niederländer aber ist guter Dinge, dass es nun aufwärts geht. Gegen Leverkusen und Frankfurt stand er in der Startelf. Und dort wird er auch im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky, Liga total) auftauchen. Entweder in der Innenverteidigung, wahrscheinlich aber als rechter Abwehrmann. Dass er lieber den für drei Spiele gesperrten Kapitän Matthieu Delpierre im Zentrum ersetzen würde, ist kein Geheimnis. "Dort fühle ich mich wohler", sagt Boulahrouz. Und trotzdem ist er mittlerweile froh, überhaupt wieder berücksichtigt zu werden.

Frustrierend sei die Zeit gewesen, als er zunächst unter Christian Gross und dann unter Jens Keller zwischen Bank und Tribüne pendelte. Vor allem das Verhältnis zu Gross sei nicht gut gewesen. "Ich hatte kein Problem mit ihm. Aber ich glaube, er hatte eins mit mir", sagt der Vize-Weltmeister. Es habe einige Dinge gegeben, die ihm damals nicht gefallen haben, öffentlich gestänkert hat Boulahrouz nie. "Man muss im Job nicht immer Freunde sein, aber man muss einfach professionell miteinander umgehen", findet er.

Dass er nun unter Trainer Bruno Labbadia eine neue Chance erhält, kommt nicht von ungefähr. "Ich setze immer auf Spieler, die mir etwas anbieten", erklärt der Coach. Boulahrouz will seine Chance nun nutzen.

Gedanken an einen vorzeitigen Wechsel - im Winter soll Eintracht Frankfurt an dem Verteidiger interessiert gewesen sein - habe er jedenfalls nie verschwendet. "Ich will Stuttgart nicht verlassen, ohne gezeigt zu haben, was ich kann", sagt er. Und tatsächlich ist das, was Boulahrouz (Vertrag bis 2012) bislang gezeigt hat, ausbaufähig. In nur 34 Bundesligaspielen seit Sommer 2008 überzeugte er nur selten, war dafür immer für einen Aussetzer gut. Zuletzt aber, als er nach Delpierres Aussetzer in Frankfurt von der rechten Seite ins Zentrum rückte, lieferte er eine gute Vorstellung ab. "Er hat uns Stabilität gegeben, auch weil er viel geredet hat", sagt Labbadia. Für den Niederländer eine Selbstverständlichkeit: "Es ist notwendig, dass man nicht nur auf sich selbst schaut. Reden machen 25, manchmal sogar 50 Prozent von der ganzen Sache aus."

Gegen Schalke will Boulahrouz - egal ob rechts oder in der Mitte - wieder überzeugen. Er weiß, was auf das Team zukommt. "Wir müssen mindestens den gleichen Willen zeigen wie gegen Frankfurt, nur dann können wir erfolgreich sein", betont er. Und erfolgreich bedeutet, den Kampf gegen den Abstieg zu bestehen. Von der zweiten Liga will nämlich nicht nur Boulahrouz nichts wissen. "Ich rechne nicht mit dem Abstieg und befasse mich auch nicht damit", sagt er. Ein Heimsieg gegen Schalke könnte ihn in diesem Denken noch bestärken.

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