VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (re.) muss seine Mannschaft bis zum Rückrundenstart wieder in Schwung bringen. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der VfB Stuttgart setzt nach einer schwierigen Vorrunde auf Besserung nach der Winterpause. Damit dies klappt, braucht es Steigerungen in mehreren Bereichen. Kann das klappen?

Stuttgart - Der Mathematiker im Team des VfB Stuttgart ist ja eigentlich der Trainer, Pellegrino Matarazzo. Da der Fußball aber selten komplizierte Rechnungen verlangt, wagte sich am Sonntag auch Sven Mislintat an eine Hochrechnung. Mindestens 37 Punkte, so seine Vorausschau, seien nötig, um in dieser Saison den Klassenverbleib zu erreichen. 37 Punkte – von denen der VfB in der ersten Saisonhälfte 17 gesammelt hat.

 

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Unter Plan hat der Aufsteiger von 2019 sportlich das Fußballjahr also abgeschlossen – und man ist im weiß-roten Haus bemüht, den Makel als einen kleinen darzustellen, der gut zu reparieren ist. „Nicht alles infrage stellen“ will Mislintat, der Sportdirektor. „Nicht verrückt“ machen lassen dürfe man sich. Und er meinte zudem: „Wir wissen, dass wir eine Aufgabe haben, die nicht einfach, aber machbar ist.“ Das mag sein, die Frage nach dem Wie stellt sich dennoch.

Körperliche Defizite bei einigen Spielern

Als Antwort dient stets die zu erwartende Rückkehr von zuletzt verletzten Stammkräften. Und die Hoffnung, dass all jene, die Defizite durch die Vorrunde schleppten, diese zum Start der Rückrunde aufgearbeitet haben. Aber ist es so einfach? Fakt ist auch: Der VfB darf sich allein darauf nicht verlassen. Auch das zeigt die Vorrunde dieser Saison.

Schon da kehrten immer wieder Spieler nach Verletzungen oder Corona-Infektionen zurück. An das Leistungslevel der vergangenen Saison ist aber noch kaum einer wieder herangekommen. Zuletzt machten sich die körperlichen Defizite in den Schlussphasen der Begegnungen bemerkbar – so auch am Sonntag in Köln, wo das 0:1 in der 88. Minute fiel. Eingeleitet durch eigene Fehler. Womit ein weiterer Punkt angesprochen ist.

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Das Team hat sich in der starken vergangenen Saison das Vertrauen in eine Spielweise erarbeitet, die stets auf spielerischen Lösungen basiert. Am Sonntag monierte der Torhüter Florian Müller, man habe es mit den Dribblings übertrieben. Aus einem der daraus resultierenden Ballverluste entstand das Gegentor. Muss der VfB im Kampf gegen den Abstieg also anders spielen?

Die Frage der Spielweise

Mitnichten. Denn wer den Ball nur nach vorne schlägt, sieht ihn meist schnell wieder – in den Reihen des Gegners. Aber: Viel Laufarbeit, Intensität und große Bereitschaft sind Schlüssel für ein funktionierendes Kombinationsspiel – all das muss sich der VfB in der Winterpause erst wieder erarbeiten. Mehr Robustheit fehlte dem Team vor allem in den Duellen gegen den FC Augsburg (1:4), Arminia Bielefeld (0:1), teils gegen Hertha BSC (2:2) oder nun in Köln (0:1).

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Es gibt also viele Ansätze für die wenigen Tage zwischen dem Trainingsstart am 30. Dezember und dem Rückrundenauftakt am 8. Januar in Fürth. Und es wird nicht reichen, sich auf einen zu konzentrieren oder nur auf die Rückkehrer zu hoffen. Solange eigentliche Stammkräfte noch ihre Form suchen, kommt es auch auf eine weitere Komponente an: die Entwicklung. Zwar haben sich in der vergangenen Saison viele Talente in der Bundesliga vorgestellt. Den nächsten Schritt hat der Spielerentwickler Matarazzo aber bei einigen seiner Schützlinge noch nicht herauskitzeln können. Tanguy Coulibaly und Mateo Klimowicz sind da gute Beispiele.

Drei Punkte liegt der VfB hinter der eigenen Zielvorgabe und hat in der Vorrunde dennoch vielen Widerständen getrotzt. Das wird weiter nötig sein. Und noch viel mehr.