Das 1:1 gegen Werder Bremen war ein Schritt in die richtige Richtung. Markus Weinzierl muss aber weiter um seinen Job als VfB-Trainer kämpfen. Foto: Pressefoto Baumann

Nach dem überraschenden Punktgewinn in Bremen steht für den VfB Stuttgart ein weiteres wichtiges Duell auf dem Spielplan. Für Trainer Markus Weinzierl ist Hannover 96 die nächste Bewährungsprobe.

Bremen - Am Sonntag war alles ruhig auf dem Trainingsgelände des VfB Stuttgart - wohl zum letzten Mal für eine Woche. „Wir haben jetzt eine lange Woche, in der wir uns top vorbereiten können“, sagte Mittelfeldspieler Gonzalo Castro vor dem freien Tag. Ab Montag stecken die abstiegsbedrohten Schwaben voll in der Vorbereitung auf das Abstiegsduell mit Hannover 96 am nächsten Sonntag. „Es wird jetzt langsam Zeit für einen Dreier“, mahnte der 31-Jährige.

Die Kommandos bei den Einheiten gibt dann auch wieder Markus Weinzierl, der seinen Job als Fußball-Trainer des Bundesligisten dank des 1:1 (1:1) am Freitagabend bei Werder Bremen vorerst behalten darf. Denn auch wenn die Stuttgarter nach wie vor auf den ersten Sieg im Jahr 2019 warten und immer noch auf einem Abstiegsrang stehen, werteten alle Beteiligten den Auftritt an der Weser als Schritt in die richtige Richtung.

Trainer auf Bewährung

Deshalb machte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger nach der Partie auch klar, dass Weinzierl im brisanten Kellerduell mit 96 am Sonntag auf der Bank sitzen wird. „Na klar. Wir haben einen Punkt in Bremen geholt. Das ist aller Ehren wert. Es war ein Schritt nach vorne“, antwortete Hitzlsperger auf die Frage nach der Zukunft des Trainers.

Allerdings bleibt Weinzierl ein Trainer auf Bewährung. Verliert der VfB gegen Hannover, wird Hitzlsperger wohl gar nicht mehr um einen Wechsel auf dieser Position herumkommen. Es wäre schon der zweite in dieser Saison, bei dann nur noch zehn ausstehenden Spielen.

Doch damit wollte sich der Ex-Nationalspieler am Freitag nicht beschäftigen. Er stellte lieber die positiven Dinge des Stuttgarter Auftritts in den Mittelpunkt. „Es hat mir gefallen, dass die Spieler bis zur letzten Sekunde gekämpft und Leidenschaft gezeigt haben“, sagte Hitzlsperger. Daran gelte es nun anzuknüpfen. „Wir wissen, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Es war wieder ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber wir wissen auch, dass wir nach wie vor auf dem Relegationsplatz stehen.“ Immerhin verloren die Konkurrenten aus Augsburg und Nürnberg am Samstag ihre Spiele. Der Rückstand zum rettenden Platz 15 beträgt nun nur noch zwei Punkte.

Die Einstellung beim VfB stimmt

In Bremen stimmte bei den Schwaben wie zuletzt schon beim 1:3 gegen Leipzig zumindest die Einstellung. Eigentlich selbstverständlich, dennoch suchte man diese Grundtugend beim VfB im Laufe der Saison oft vergebens. Bereits in der zweiten Minute brachte Steven Zuber die Gäste in Führung, danach hätte Mario Gomez den Vorsprung zweimal ausbauen müssen, vergab aber jeweils leichtfertig. „Es tut mir leid für die Mannschaft, dass ich diese Chancen nicht genutzt habe“, sagte der verhinderte Torjäger.

Statt mit einem 2:0 in die Pause zu gehen, kassierten die Stuttgarter unmittelbar vor dem Pausenpfiff den Ausgleich durch Davy Klaassen. Doch während der VfB nach solchen Negativerlebnissen zuletzt oft auseinanderfiel, stemmten sich die Gäste dieses Mal gegen den Bremer Sturmlauf, der von den Hausherren insgesamt aber auch viel zu planlos vorgetragen wurde. „Solche Rückschläge hätten uns vor ein paar Wochen noch den Punkt gekostet“, sagte Weinzierl.

Gegen Hannover steht den Schwaben und ihrem Coach nun das nächste Endspiel bevor. Mit einem Sieg kann endlich etwas Ruhe einkehren, eine Niederlage wäre dramatisch. Weinzierl gab sich zuversichtlich. „Wir müssen einfach zeigen, dass wir den Sieg mehr wollen als Hannover.“

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