Rani Khedira hofft in der zweiten Liga auf mehr Spielpraxis Foto: Baumann

Der kleine Bruder von Sami Khedira verlässt den VfB – und wechselt zu Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig. Die Ablösesumme liegt nach Schätzungen bei 300 000 Euro.

Stuttgart/Leipzig - Wenn ein Spieler den VfB verlässt, der es auf gerade einmal neun Bundesligaeinsätze gebracht und dabei kein Tor erzielt hat, ist das normalerweise nur eine Randnotiz. Beim Spieler mit der Rückennummer 28 verhält es sich ein wenig anders, denn er trägt einen berühmten Namen: Rani Khedira (20).

Der kleine Bruder von Nationalspieler und Ex-VfB-Profi Sami Khedira (27) wechselt zur kommenden Saison zu RB Leipzig. Das verschärft die Personalie aus Sicht vieler Fans zusätzlich. Wieder einen aus dem eigenen Stall ziehen lassen – und dann auch noch zum „Brauseklub“!, lautet der Tenor der weiß-roten Fangemeinde auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. Es gibt aber auch Fans, die den Wechsel pragmatisch sehen: sportlich sei der Abgang des Mittelfeldspielers kein großer Verlust.

Sollte Khedira beim Aufsteiger durchstarten, hätte Sportvorstand Fredi Bobic aber ein Problem. Dann müsste er sich wieder einmal vorwerfen lassen, den Falschen abgegeben zu haben. Bei Khedira, dessen Bruder Sami in Fankreisen noch immer verehrt wird, hätte dies eine ganz besondere Note.

Bobic begründete den Abgang am Montag mit dem „großen Konkurrenzkampf“ im VfB-Mittelfeld. Der Schritt zurück könne Khedira in seiner Entwicklung langfristig helfen. Rani Khedira selbst äußerte sich so: „Ich liebe diesen Verein und diese Stadt. Aber für mich ist es eben extrem wichtig, Spielpraxis zu sammeln.“

Tatsächlich hat sich der 1,88 Meter große Mittelfeldspieler aus Oeffingen in den anderthalb Jahren, die er im Profikader des VfB steht, nicht durchsetzen können. Kritiker halten ihm vor allem seine Verletzungsanfälligkeit vor.

RB-Trainer Alexander Zorniger ficht das nicht an. Der frühere Co-Trainer des VfB freut sich auf einen „kopfball- und charakterstarken Sechser“. Ihn beeindruckt besonders Khediras „aggressives Spiel gegen den Ball“. Zorniger: „Wenn man jemanden wie Rani bekommen kann, dann will man ihn auch unbedingt.“ Über die Ablösemodalitäten wurde nichts bekannt. Die Ablösesumme liegt nach Schätzungen bei 300 000 Euro.

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