Mit Robbie Kruse (re.) hat VfB-Trainer Alexander Zorniger mehr Alternativen im Sturm Foto: Baumann

Robbie Kruse will beim VfB Stuttgart seine schwierige Vergangenheit hinter sich lassen. Zurzeit ist er ziemlich im Stress. Bis Montagnachmittag war er noch kickender Angestellter von Bayer 04 Leverkusen.

Stuttgart - Jetzt trägt Robbie Kruse zwar immer noch Weiß-Rot, doch statt des Logos der Werkelf ziert ein roter Brustring sein Trikot mit der Nummer 9. Seit Montagabend steht der 26-Jährige in Diensten des VfB Stuttgart. Erst am letzten Tag der Wechselperiode hat Kruse durch seinen Berater vom Interesse des Tabellen-17. erfahren. Dann musste alles ganz schnell gehen, um 18 Uhr endete die Frist. Es reichte nicht einmal, genügend Klamotten zusammenzupacken. Das hat der Australier in den Tagen danach nachgeholt. Am Donnerstag war dann endlich Zeit für die offizielle Vorstellung auf dem Wasen.

Und das, was der Angreifer in einer Mischung aus Deutsch und Englisch so von sich gab, klang ziemlich motiviert. Kein Wunder, denn Kruse ist vor allem eines: wieder richtig fit. Zwei schwere Verletzungen musste er in den vergangenen zwei Jahren durchstehen, am Kreuzband und am Sprunggelenk. Verletzungen, die ihn in einer starken Bayer-Elf immer wieder zurückwarfen. „Aber jetzt bin ich wieder hungry for football“, sagt Kruse, der trotz seines entsprechend klingenden Namens keine deutschen Vorfahren hat. Der VfB sei „ein super Club mit tollen Fans“, diese persönliche Einschätzung wurde ihm von Roberto Hilbert und Mitchell Langerak bestätigt. Beide rieten ihm zu dem Wechsel an den Neckar.

Das Gute: Groß umstellen muss sich der schnelle Angreifer fußballerisch nicht. Sein neuer Club praktiziert im Prinzip dasselbe (Pressing-)System wie sein alter.

Kruse ist überzeugt davon, dass die ­Tabelle den Leistungsstand der Mannschaft nicht richtig widerspiegelt. „Wir haben ­richtig gute Fußballer im Team“, sagt der Neu­zugang. Dass er in der Offensive mehr als nur eine Alternative zum glücklosen Martin Harnik sein kann, kann er erstmals am Samstag (18 Uhr) unter Beweis stellen. Dann testet der VfB in Crailsheim gegen den 1. FC Heidenheim. Eine Woche später geht es in Berlin um wichtige Bundesligapunkte. Der Stress wird für Kruse nicht weniger werden – aber damit kennt er sich ja jetzt aus.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: