Bringt Schwung von der Bank: VfB-Neuzugang Filip Kostic (li.) Foto: Baumann

VfB-Trainer Armin Veh will maximal flexibel sein, Neuzugang Filip Kostic hilft ihm dabei als Einwechselspieler.

Stuttgart - Wer Armin Veh über Filip Kostic reden hört, der merkt schnell: Da ist Begeisterung vorhanden. „Ich bin mir sicher“, sagt der Trainer des VfB Stuttgart über den Neuzugang vom FC Groningen, „an ihm werden wir noch viel Freude haben.“ Weil der 21-jährige Serbe einer sei wie Hoffenheims Kevin Volland – und der hat es immerhin zum deutschen Nationalspieler geschafft. Mit Mut, Schnelligkeit, technischem Geschick und Durchsetzungsvermögen.

All das hat auch Kostic in seinem Repertoire – zuletzt bewies es der Offensivmann beim 1:0 des VfB am vergangenen Samstag gegen Hannover 96. Kostic wurde zur zweiten Halbzeit eingewechselt, das Spiel der Weiß-Roten nahm deutlich Fahrt auf. Eine logische Folge wäre, Kostic jetzt auch mal von Beginn an zu bringen. „Irgendwann“, sagt Armin Veh, „wird er sicher mal in der Startformation stehen.“ Aber eben noch nicht jetzt, also wohl auch nicht an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sky) im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin. Denn für den VfB-Trainer ist sein Neuzugang in anderer Sache wichtig: Er will so flexibel wie möglich sein.

Auch in Berlin wird der VfB keinen Hurra-Fußball bieten

Es ist einer von zwei Trends, die Armin Veh während der bisherigen Bundesliga-Saison aufgefallen sind. Der erste: „Die Mannschaften stehen insgesamt tiefer.“ Und der VfB macht da keine Ausnahme – in Dortmund (2:2) bot Veh gleich zwei defensive Mittelfeldspieler auf. Auch in Berlin werden die Roten keinen Hurra-Fußball bieten. „Ich habe dort in der vergangenen Saison mit Eintracht Frankfurt 1:6 verloren“, erinnert sich Veh, „da waren wir sehr offensiv ausgerichtet.“ Die zweite Auffälligkeit der Saison sei die große Flexibilität der einzelnen Teams von Spieltag zu Spieltag. „Früher wusstest du: Ist eine Mannschaft erfolgreich, ändert der Trainer das System nicht“, erinnert sich Veh. Nun gibt es keine Garantien – und auch der VfB-Coach will keine geben.

Nicht seiner Mannschaft, die er erst kurz vor Spielbeginn über Aufstellung und Taktik informiert. Und erst recht nicht dem Gegner. Insofern lässt Veh noch offen, wie sein Team in Berlin auftreten wird – und wie der Ausfall von Daniel Didavi die Formation und Ausrichtung verändern wird. Eine Möglichkeit wäre, Filip Kostic in die erste Elf zu nehmen. Aber: Veh will ja auch während der Partie flexibel bleiben. Und da spielt der junge Serbe eine zentrale Rolle.

„Erst draußen sitzen, dann aber gleich Schwung bringen – das können nicht alle Spieler“, sagt Veh und betont: „Filip ist einer, der das kann.“ Weshalb Kostic wohl erneut die Jokerrolle erwartet. Was Veh darüber hinaus erwartet? Mehr Druck über die Flügel sowie mehr Konsequenz und Präzision im letzten Drittel. „Wir kombinieren schon ganz gut“, sagt der Coach, „aber wir müssen noch torgefährlicher werden.“ Unter anderem fordert er mehr brauchbare Flanken von den Außenverteidigern.

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