Vom VfL Wolfsburg umworben: Antonio Rüdiger Foto: Getty

Der VfB Stuttgart fordert für seinen Verteidiger 18 Millionen Euro, Wolfsburg bietet aber nur zwölf – die Zukunft des Nationalspielers ist weiter ungewiss. Ein anderer Spieler des VfB steht hingegen kurz vor dem Absprung und ist momentan freigestellt.

Mayrhofen - Robin Dutt legt sein iPhone auf den Tisch, das dann tatsächlich ein paar Minuten lang nicht klingelt. Das ist die Ausnahme. „Normalerweise hänge ich den ganzen Tag am Handy“, sagt der VfB-Sportvorstand, „manche Anrufer vergessen auch, dass es eine Zeitverschiebung gibt.“ Dann klingelt es auch nachts. Was aufzeigt: Der VfB denkt global, um Verstärkungen für die neue Saison aufzuspüren. Tonci Kukoc von ZSKA Sofia gilt als Kandidat für die linke Abwehrseite. Manchmal reichen auch schon die innerdeutschen Kontakte. Zum Beispiel bei Antonio Rüdiger, um den ein heißer Poker mit dem VfL Wolfsburg tobt.

An diesem Freitag kommt der Innenverteidiger zusammen mit den anderen Nationalspielern ins Trainingslager nach Mayrhofen im Zillertal. Wie lange er bleibt, ist offen. Vornehmlich hängt es davon ab, inwieweit der VfB und die Wölfe bereit sind, sich finanziell zu bewegen. Die Fronten sind klar – und verhärtet: Der VfB fordert 18 Millionen Euro für den Nationalspieler, die Wölfe beharren auf einer Ablöse von zwölf Millionen Euro. „Ich habe nie gesagt, dass wir Rüdiger verkaufen wollen. Bei uns gibt es keine Schnäppchen zu holen“, sagt Dutt. Gleichwohl ist der VfB bereit, den gebürtigen Berliner abzugeben – wenn die Summe stimmt. Doch da spielt Wolfsburgs Manager Klaus Allofs (noch) nicht mit: „Wir machen nicht alles mit und werden bei allen Transfers eine Entscheidung treffen: Ist die Ablöse-Forderung sinnvoll? Bis zu einem bestimmten Punkt kann man sagen, das würden wir machen. Irgendwann dann eher nicht mehr.“

Eher nicht mehr – das gilt bereits für ­Mohammed Abdellaoue (29) und den SC Freiburg. Denn das Interesse des Bundesliga-Absteigers an dem Stürmer ist erkaltet, seit Nils Petersen (26) im Breisgau bis 2019 unterschrieben hat. Deshalb ist Abdellaoue überraschend mit nach Mayrhofen gereist. Dort fehlt Konstantin Rausch (25), den der VfB zwecks Vereinssuche erst mal freigestellt hat. Angeblich zeigen Darmstadt 98 und sein Ex-Club Hannover 96 Interesse. „Bis Ende August wird sich bei uns noch ­einiges tun“, sagt Robin Dutt. Und bis dahin wird sein Handy kaum einmal schweigen.

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