Tag eins am Chiemsee: Trainer Hannes Wolf, weist Orel Mangala ein. Foto: Baumann

VfB-Coach Hannes Wolf will im Trainingslager an Taktik und Athletik feilen. Die Mannschaft soll hungrig und widerstandsfähig werden. Erste Eindrücke vom Chiemsee.

Grassau - „Komplett wild! Total undiszipliniert!“ Zwischendurch wurde es mal kurz ungemütlich auf dem idyllisch gelegenen Trainingsplatz des ASV Grassau. Doch Hannes Wolf war eben unzufrieden damit, wie seine Schützlinge die Organisation einer Viererkette interpretierten. Also fand er deutliche Worte. Nach knapp zwei Stunden hatte er sein Lachen aber wiedergefunden. „War doch gar nicht so schlecht.“

Besser als tags zuvor sei die erste Trainingseinheit am Chiemsee gewesen, fügte der Fußballlehrer noch hinzu. Wolf zielte damit auf den bescheidenen Auftritt im Test gegen die Stuttgarter Kickers (1:1). Am Montag war zumindest mehr Feuer drin. Wobei auch die partizipierenden Jugendspieler Florian Kastenmeier (Tor), Alexander Groiß, Niklas Sommer (Abwehr) und Hayk Galstyan (Mittelfeld) ihren Teil dazu beitrugen. Sie übten ordentlich Druck auf die Profis aus. So wie Hannes Wolf es sich in den Tagen von Grassau wünscht.

Die Intensität wird hochgefahren

Am Dienstag möchte der 36-Jährige die Intensität noch weiter hochfahren, gerade mit Blick auf den ersten echten Härtetest gegen Dynamo Dresden am Mittwoch (18 Uhr). Der Schwerpunkt im ersten von zwei Trainingslagern liegt grundsätzlich auf der Athletik. „Die Spieler haben bereits ein gutes Laufprogramm absolviert“, erläuterte Wolf, „jetzt geht es darum, den Übergang zu schaffen – von der Ausdauer in den intensiven Bereich.“ Reine Ausdauerfähigkeiten sind im Hochgeschwindigkeitsfußball schon lange nicht mehr ausreichend. Um am Ende gut oder sehr gut zu sein, müssen die Spieler im Match auch den zehnten Sprint noch voll durchziehen können. Die Stuttgarter Fans am Chiemsee werden deshalb gespannt verfolgen, welche Übungen der Fußball-Fachmann dazu in seinem Repertoire hat. Im Vorjahr unter Jos Luhukay gab es diesbezüglich wenig Innovatives – der Niederländer setzte eher auf klassische Spielformen mit Ball.

Spieltaktische Abläufe im Fokus

Als reines Lauftrainingslager will der Coach die Tage im Chiemgau aber nicht verstanden wissen. Der Test gegen die Kickers habe „gerade auch im taktischen Bereich gute Inhalte fürs Trainingslager geliefert“, sagte der Fußballlehrer im typischen Hannes-Wolf-Duktus. Grundsätzlich geht es um die spieltaktischen Abläufe, die es nach vier Wochen Pause wieder einzustudieren gilt. Was die Struktur im Spiel insgesamt angeht, vor allem aber im defensiven Bereich.

„Wir wollen ein richtiger Aufsteiger sein: Jung, hungrig, widerstandsfähig“, machte Wolf deutlich, auf was er in der Vorbereitung hinauswill. „Um in der Bundesliga mithalten zu können, müssen wir sehr, sehr viel investieren.“

Langerak verkürzt seinen Urlaub

Wie ernst Wolfs Jungs den Auftakt nach den Ferien nehmen, zeigt das Beispiel Mitch Langerak. Der australische Nationaltorhüter verkürzte nach dem Confed-Cup eigens seinen Sommerurlaub, um den Intensivlehrgang in den Alpen nicht zu verpassen. „Das war sein Anliegen“, betonte Wolf mit einem Schmunzeln. Langerak gilt seit jeher als Musterschüler, der ihm drohenden Konkurrenz durch einen möglichen neuen Torhüter (Ron-Robert Zieler?) ist er sich offenbar bewusst. Also beackerte der Keeper bereits am Montag eines seiner „Themen“ (Wolf) besonders eifrig: Langerak übte mit den Feldspielern das Direktspiel. Gut ist nicht gut genug – diese Maßgabe hat auch die Nummer eins im Tor inzwischen fest verinnerlicht.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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