VfB Stuttgart Marc Oliver Kempf bringt Stabilität in die Abwehr

Von red/dpa 

Marc Oliver Kempf im Training. Foto: Pressefoto Baumann
Marc Oliver Kempf im Training. Foto: Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat die viertschlechteste Defensive der Bundesliga. Elf Gegentore in den drei ersten Partien unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl waren eine Katastrophe. Inzwischen aber hat sich die Abwehr stabilisiert – nicht zuletzt, weil ein Neuzugang mitspielt.

Stuttgart - Nach dem Katastrophenstart unter Trainer Markus Weinzierl mit elf Gegentoren in den ersten drei Spielen hat sich die Abwehr des VfB Stuttgart inzwischen gefangen und stabilisiert. Großen Anteil daran hat Neuzugang Marc Oliver Kempf. Der U21-Europameister habe „große Wucht. Zweikampfstärke, Kopfballstärke. Ich glaube, dass er der Mannschaft unheimlich gut getan hat jetzt“, sagte Weinzierl vor dem kniffligen Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Zweiten Borussia Mönchengladbach am Sonntag (18.00 Uhr/Sky).

Die stabiler stehende Abwehr hat auch Stürmerroutinier Mario Gomez erkannt. „Die letzten drei Spiele waren defensiv mehr als in Ordnung“, lobte der 33-Jährige seine Kollegen. Gegen Nürnberg (2:0), Leverkusen (0:2) und Augsburg (1:0) gab es nur noch zwei Gegentore.

Sehen Sie im Video die Pressekonferenz mit VfB-Trainer Markus Weinzierl:

Kempf, der im Sommer vom SC Freiburg zu den Schwaben kam, gab beim Sieg in Nürnberg am 11. Spieltag sein Debüt im Trikot des VfB und agierte auf der ungewohnten Position als Linksverteidiger sicher. Auch zuletzt gegen den FC Augsburg blieb die Mannschaft mit Kempf als einem von drei Innenverteidigern neben Timo Baumgartl und Weltmeister Benjamin Pavard ohne Gegentor - zum erst dritten Mal überhaupt in dieser Saison. Kempf sei ein wichtiger Faktor gewesen für diese beiden Spiele, sagte Weinzierl. „Er gibt der Mannschaft Stabilität. Er darf so weitermachen“, lobte der Trainer seinen 23 Jahre alten Schützling.

Baumgartl, Kempf und Pavard verstehen sich

Auch in der Mannschaft werden die Leistungen Kempfs registriert, der einen schwierigen Start in Stuttgart hatte und wegen eines Muskelfaserrisses zeitweilig gar keine Option war. „Ich habe ihn vorher nicht gekannt, er hat ja in Freiburg gespielt. Man sieht, dass er ein Kämpfer ist. Dass er technisch auch sehr gut ist. Ich hoffe, dass er so weitermacht“, sagte Pavard am Mittwoch über seinen vergleichsweise neuen Nebenmann.

Die Kombination aus ihm, Baumgartl und Kempf gefällt dem Franzosen ebenso: „Man sieht auf dem Platz, dass wir uns gut verstehen, dass wir viel miteinander reden. Man versteht sich gut“. Mit diesem jungen Trio konnte es der VfB zuletzt auch verkraften, dass der ehemalige Nationalverteidiger Holger Badstuber in dieser Spielzeit noch nicht zu seiner Form gefunden hat und momentan verletzt fehlt.

Alle defensiven Probleme gelöst also beim VfB Stuttgart, der mit 26 Gegentoren die viertmeisten Treffer der Liga kassiert hat und auch deswegen nur auf Rang 16 steht vor dem 14. Spieltag? Und nun in Gladbach auf die zweitstärkste Offensive der Liga trifft mit den formstarken Alassane Plea und Thorgan Hazard? Diese Annahme wäre falsch - schließlich ist in Mönchengladbach der wohl wichtigste Defensivspieler im Kader nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt: Santiago Ascacíbar. Die Zweikampfstärke des Sechsers wird fehlen.

Das allerdings ist die Chance für einen anderen Neuzugang, seinen Wert für die Mannschaft nach einem schwachen persönlichen Saisonstart unter Beweis zu stellen. Gonzalo Castro wäre eine logische Alternative für den jungen Argentinier. Mit einer guten Partie könnte der 31-Jährige seinen Ruf aufpolieren - und Trainer Weinzierl zeigen, dass auch er eine Mannschaft stabilisieren kann. Ganz so, wie Marc Oliver Kempf.

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