Vom Jugend- zum Nationalspieler beim VfB: Andreas Hinkel. Foto: dpa

Der VfB Stuttgart will ehemalige Profis künftig stärker einbinden – doch ausgerechnet ein Urgestein verlässt am Saisonende den Club. Andreas Hinkel, Co-Trainer der U-17-Junioren, vermisst wohl eine echte Perspektive.

Stuttgart - An diesem Samstag (13 Uhr) wird es im Rennen um die Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft so richtig spannend. Die B-Junioren des VfB Stuttgart treten bei der TSG 1899 Hoffenheim an. Es ist das Duell Erster gegen Zweiter – und gehen die Roten als Sieger aus ­diesem Spitzenspiel hervor, ist das Ticket fürs Halbfinale, das nur der Meister der Süd/Südwest-Staffel erreicht, so gut wie ­gebucht. Es fällt also fast schon eine Entscheidung. Eine andere dagegen ist bereits definitiv.

Andreas Hinkel, derzeit Co-Trainer der überraschend erfolgreichen B-Junioren, gibt eben diesen Job am Saisonende auf und verlässt den Club, in dem er einst vom Jugend- zum Nationalspieler reifte. „Ja, es stimmt, ich werde meine Tätigkeit beim VfB beenden“, bestätigte Hinkel am Donnerstag Informationen unserer Zeitung, nach denen er am Mittwoch Sportvorstand Robin Dutt und Rainer Adrion, den Sportlichen Leiter U 23 bis U 17, über seine Entscheidung informiert hat. „Wir bedauern das“, sagte Adrion in einer ersten Reaktion, „schließlich ist Andreas Hinkel ein echter VfBler.“

Und passt somit genau zur ausgegebenen Vereinsphilosophie, wonach die Roten in den kommenden Jahren wieder verstärkt ehemals erfolgreiche VfB-Profis ins Boot holen möchten. Hinkel ist seit zwei Jahren für die Jugendabteilung des VfB tätig – erst bei der U 12 und der U 16, seit dieser Saison erfolgreich an der Seite von Domenico Tedesco in der U-17-Bundesliga. Dennoch trennen sich nun die Wege – weil Andreas Hinkel, so ist zu hören, eine echte Perspektive vermisst.

"Der VfB ist und bleibt mein Verein“

Im vergangenen Jahr hat der 33-Jährige die A-Lizenz erworben, nicht ohne Stolz verweist er auf seine internationale Erfahrung und die Vergangenheit als VfB-Eigengewächs. Zuletzt war er bei der Einweihung des neuen Nachwuchsleistungszentrums wichtigster Repräsentant des Clubs. Um in absehbarer Zeit eine Zulassung zur Fußball-Lehrer-Ausbildung zu bekommen, benötigt er zwei Jahre Erfahrung als Co-Trainer im Profibereich oder als Chefcoach im Unterbau (U 19 oder U 17). Adrion sagt zwar: „Aus meiner Sicht haben wir mit Andi Pläne entwickelt.“ Eine Chance auf einen entsprechenden Job hatte er auf absehbare Zeit aber wohl nicht. Obwohl im Sommer ein solcher Posten frei wird.

Ausgerechnet Domenico Tedesco nämlich wird die B-Junioren wohl nicht über die Saison hinaus als Chefcoach betreuen können, da er seit dieser Woche die Zulassung zur Fußball-Lehrer-Ausbildung in der Tasche hat. „Wir gehen davon aus, dass er den Lehrgang besucht“, sagte Adrion über Tedesco und die zeitlich intensive Fortbildung. Ein Rollentausch von Chef- und Assistenzcoach der U 17 für die kommende Saison soll dennoch abgelehnt worden sein. Daraus zog Andreas Hinkel nun wohl seine Schlüsse.

„Zu den Gründen für meine Entscheidung will ich mich öffentlich nicht äußern“, sagte der 21-malige Nationalspieler am Donnerstag und ergänzte: „Der VfB ist und bleibt dennoch mein Verein.“ Zunächst zieht es ihn aber wohl zu anderen Clubs, bei denen er als Trainer-Hospitant weitere Erfahrungen sammeln könnte.

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