Die VfB-Junioren mit Lilian Egloff (vorne) sind optimistisch. Foto: Baumann

U-19-Junioren des VfB wollen das Double holen. Im Finale um den DM-Titel gegen Borussia Dortmund will auch der 16-jährige Lilian Egloff wieder glänzen.

Stuttgart - Lilian Egloff (16) durfte am vergangenen Wochenende die ganz große Bühne betreten. Mit seinen Teamkollegen der U 19 des VfB Stuttgart wurde er am Samstag als frischgebackener DFB-Pokal-Sieger vor dem großen Finale zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig im Berliner Olympiastadion geehrt – am Abend zuvor schon feierte Egloff den Finalerfolg gegen RB Leipzig ausgelassen im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion.

Nun plant Egloff mit seinen Teamkollegen den ganz großen Wurf. An diesem Sonntag steigt das Finale um die deutsche A-Junioren-Meisterschaft gegen Borussia Dortmund in Großaspach (12.45 Uhr/Sport 1) – wo die U 19 des VfB Historisches schaffen kann. Seit 32 Jahren gibt es die Junioren-Bundesliga, und noch nie gewann ein Team das Double aus Meisterschaft und Pokal.

Egloff erzielte beim Pokalsieg beide Tore

Schon beim ersten Titelgewinn stand der Mann im Mittelpunkt, der eigentlich noch bei den B-Junioren kicken dürfte, aber bereits so gut ist, dass er eben schon im älteren Jahrgang ran darf. Ein 16-Jähriger sticht in der U 19 raus. Warum das so ist, zeigte er im Pokalfinale eindrucksvoll. Lilian Egloff schoss beide Tore gegen Leipzig – und war nach dem Triumph überglücklich. „Es ist ein geiles Gefühl“, sagte er, „einfach unbeschreiblich. Das war Gänsehaut pur.“

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Jetzt, am Sonntag, soll es wieder kribbeln nach dem Finale um die deutsche Meisterschaft – mit Egloff als Fixpunkt im VfB-Spiel. In der Hinrunde kickte der offensive Mittelfeldmann noch für die U 17, nun ist er ein fester Bestandteil im älteren Junioren-Jahrgang. Was also zeichnet das Stuttgarter Toptalent aus?

Der offensive Mittelfeldmann glänzt als Vollstrecker und Vorbereiter, er ist ein Instinktfußballer im besten Sinne, ein Schlitzohr am Ball, das die besonderen Dinge im Repertoire hat. Obendrein hat Egloff in dieser Saison einen großen Entwicklungssprung gemacht, indem er seinem Spiel eine neue Dimension hinzugefügt hat. Er hat schon oft wie im Pokalfinale Partien entschieden, jetzt arbeitet er aber auch konstant nach hinten mit. Fakt ist: Wenn Egloff so weitermacht, ist es alles andere als ausgeschlossen, dass er mittelfristig ein fester Bestandteil des Profikaders sein wird. Über seine generellen Ambitionen sagte das Talent zu Jahresbeginn bereits: „Es ist das Ziel jedes Jugendspielers, Profi zu werden – sonst würde man die Zeit nicht investieren.“

Egloff muss noch lernen

Egloff kommt aus Bretzfeld und wechselte in der U 11 von der dortigen TSG zum VfB Stuttgart. Seit zweieinhalb Jahren lebt er im Internat des Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrums – nun, bei der U 19, ist er unter den Fittichen seines Trainers Daniel Teufel, der betont, dass sein Schützling in seiner Entwicklung noch lange nicht am Ende sei: „Li muss noch ein paar Schritte gehen“, sagt der Coach: „Fußballerisch und persönlich.“

Teufel will die Erwartungen an Egloff nicht allzu hoch hängen und so unnötig Druck aufbauen, es ist ja rund um den VfB ohnehin bekannt, was der Bursche kann. Der Trainer also hält den Ball lieber etwas flacher. Egloff, das bedinge allein schon das Alter, müsse erwachsen werden, sagt Teufel, die nächste Saison in der A-Jugend werde ihm dabei guttun. „Fußballerisch haben wir mit Li im Spiel ohne Ball und im Pressingbereich sehr viel gearbeitet, er muss im athletischen Bereich noch weiter zulegen.“ Der Rohdiamant wird also weiter geschliffen. Und glänzt dann, das ist der Idealfall und der Wunsch aller Beteiligten, in nicht allzu ferner Zukunft bei den Profis.