Der VfB Stuttgart hat zugestimmt, dass die DFL einen Investor ins Boot holt. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) öffnet sich für den Einstieg eines Investors. Diesem Vorschlag hat nun auch der VfB Stuttgart zugestimmt. Warum?

Im Mai noch hatte der VfB Stuttgart zu jenen Clubs gehört, die gegen den damaligen Plan gestimmt hatten – dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Investoren die Tür öffnet, um das Produkt Bundesliga weiterzuentwickeln. Aber: Schon damals war der Club aus Cannstatt nicht per se gegen dieses Ziel. Die Art und Weise passte dem VfB damals aber ebenso wenig wie Details des vorgelegten Vorschlags.

 

„Seitdem“, so heißt es nun in einem Statements des Vereins, „sind jedoch sämtliche kritischen Punkte, die aus Sicht des VfB gegen den damaligen Vorschlag sprachen, angemessen berücksichtigt und angepasst worden.“ Die Stuttgarter gehörten am Montag in Frankfurt daher zu den 24 Clubs aus der ersten und zweiten Liga, die dafür stimmten, dass die DFL „weitere Schritte zum Abschluss einer strategischen Vermarktungspartnerschaft“ geht. Soll heißen: Die Geschäftsführung des Liga-Dachverbands ist von der notwendigen Mehrheit der Clubs dazu beauftragt, „die entsprechenden Verhandlungen zusammen mit Finanz- und Rechtsexperten“ zu führen.

Neben den 24 Jastimmen gab am Montag auch zehn Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Der Vorstand der VfB AG hatte den Aufsichtsrat vorab über sein geplantes Abstimmungsverhalten informiert. Zudem sei man mit dem Fanausschuss in einem „transparenten und regelmäßigen Austausch“. Besonders die aktiven Fanszenen der Profivereine waren bisher klar gegen einen Einstieg von Investoren.

Dialog mit der aktiven Fanszene

„Wir haben extra noch eine Fanausschusssitzung einberufen, um mit dem ganzen Thema transparent umzugehen. Das war ein guter Dialog“, sagte am Montagnachmittag Alexander Wehrle. Der Vorstandsvorsitzende der VfB AG ergänzte: „Wir waren bereits im Sommer nicht prinzipiell gegen einen Investoreneinstieg, nur gegen die Art und Weise, wie es damals aufgebaut war. Das Säulenmodell, das im Prinzip eine Umverteilung der TV-Gelder bedeutet hätte, war für uns inakzeptabel. Das gibt es nun im neuen Modell nicht mehr, und deswegen haben wir mit Ja gestimmt.“

Der Club hofft, dass der deutsche Profifußball mithilfe eines Investorendeals „eine solidarisch finanzierte Wachstumsstrategie für Bundesliga und Zweite Bundesliga einschlagen“ kann, die „keine weitere Öffnung der wirtschaftlichen Schere zwischen den Clubs“ darstellt. Man sei laut des Clubstatements „davon überzeugt, dass es insbesondere für die großen, mitgliedergeführten Traditionsclubs eine Strategie für Digitalisierung und Internationalisierung braucht, um auch in Zukunft junge Menschen auf Dauer für den deutschen Fußball und die Bundesliga als fanfreundlichste Liga zu begeistern“.

Alexander Wehrle sagte dazu gegenüber unserer Redaktion: „Gerade für Clubs wie den VfB, die in der Internationalisierung noch nicht so weit sind, sind die möglichen Fördermittel aus dem Topf ideal, um langfristige Bemühungen zu unternehmen, in diesen Märkten zu wachsen.“ Aufgrund der Folgen der Coronapandemie könnten viele Clubs diese Mittel nicht aus ihrem operativen Geschäft aufbringen, ohne ihre sportliche Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden, lautet zudem das Fazit der Clubmitteilung.