Derzeit wäre der VfB aus der Königsklasse ausgeschieden. Die Aussichten auf den Einzug in die K.o.-Phase sind aber weiter intakt – und sogar der wichtige Platz 16 ist noch realistisch. Ein Blick auf die Konstellation und die nötige Punktzahl.
Nun also ist Halbzeit. Genau 50 Prozent der Hauptrunden-Partien in der Champions League sind absolviert – und für den VfB Stuttgart besteht tabellarisch auf den ersten Blick noch Luft nach oben: Vier Punkte aus vier Partien reichen nicht für einen Platz unter den besten 24 von 36 Teams, die in der K.o.-Phase im Wettbewerb bleiben werden. Auch wenn das Ganze eng beieinander liegt und der derzeitige Rang 27 dem Team von Sebastian Hoeneß alle Chancen offenlässt, würde Stand jetzt das Aus zu Buche stehen. Einerseits.
Auf der anderen Seite lohnt es, den Spielplan und das Restprogramm genauer in den Fokus zu nehmen. Im neuen Modus der Königsklasse spielt jede Mannschaft acht Partien gegen acht unterschiedliche Kontrahenten. Die Reihenfolge? Wurde vom Computer ermittelt und ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Der VfB hatte hier schon dicke Brocken – und mit Real Madrid (1:3), Juventus Turin (1:0) und Atalanta Bergamo (0:2) drei von vier Teams aus den ersten beiden Lostöpfen. Von der „Creme de la Creme“ spricht Hoeneß und sagt: „Ich hätte die vier Punkte aus den ersten vier Spielen im Vorfeld genommen.“
Nach vorne geblickt heißt das: Die Aussicht auf Punkte und Siege ist gegen die kommenden Kontrahenten auf dem Papier höher als gegen die bisherigen: Roter Stern Belgrad (27. November), die Young Boys Bern (11. Dezember) und Slovan Bratislava (21. Januar) haben in der Hauptrunde noch keinen einzigen Punkt geholt und belegen die letzten drei Tabellenplätze.
Bei Punktgleichheit entscheidet die Tordifferenz
Ein Rechenbeispiel: Gewinnt der VfB zwei dieser drei Partien, hat er zehn Punkte auf dem Konto – eine Zahl, die allen Hochrechnungen zufolge für Platz 24 und das Weiterkommen reicht. Fahren die Stuttgarter in den drei Spielen gar die volle Ausbeute ein oder überraschen sie am letzten Spieltag gegen Paris Saint Germain (29. Januar), wäre sogar Platz 16 in der Abschlusstabelle realistisch. Der ist aus zwei Gründen von Relevanz: Zum einen erhalten die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 16 von der Uefa eine Zusatzprämie von je einer Million Euro, zum anderen haben sie in den Play-offs um den Einzug ins Achtelfinale gegen die Teams auf den Plätzen 17 bis 24 das wichtige Rückspiel-Heimrecht.
Derzeit rangiert nach der Hälfte aller Spiele Dinamo Zagreb auf ebendiesem Rang 16 mit sieben Punkten – womit hochgerechnet 14 Punkte nötig wären. Es könnten aber auch durchaus weniger werden: Zagreb zum Beispiel hat ein happiges Restprogramm gegen Borussia Dortmund, den FC Arsenal und den AC Mailand. Drei VfB-Siege aus den verbleibenden vier Partien (und damit 13 Punkte) würden also die Chancen auf Rang 16 in der Abschlusstabelle intakt halten. Übrigens: Falls es zur Punktgleichheit kommt, entscheidet die Tordifferenz – der direkte Vergleich fällt als Kriterium aus, da jede Mannschaft gegen andere Gegner antritt.