Die Stuttgarter benötigen in Bratislava einen Sieg, um in der Hauptrunde im Rennen zu bleiben – und dann wartet womöglich ein weiteres Endspiel im eigenen Stadion.
Entspannte Gesichter beim Abflug. Mit einem guten Gefühl ist der Reisetross des VfB Stuttgart abgehoben. Im Charterflieger ging es nach Bratislava. Spieler, Trainerteam, Vorstand und Präsidium, sie alle nahmen ihre Plätze ein – und mit an Bord befand sich die Zuversicht, dass die Mannschaft von Sebastian Hoeneß in der Champions League dort weitermacht, wo sie zuletzt in der Bundesliga aufgehört hat.
Drei Siege zum Jahresauftakt geben Sicherheit, machen das Fußballspiel an diesem Dienstag (21 Uhr) bei Slovan Bratislava aber nicht zum Selbstläufer. Denn der VfB befindet sich mitten in einer Art weiß-roter Finalserie, eine Niederlage lässt da Träume platzen. Gegen Young Boys Bern hielten die Stuttgarter dem Druck stand und gewannen, um im Rennen zu bleiben. Gegen den slowakischen Rekordmeister brauchen sie nun wieder drei Punkte, um am letzten Spieltag der Hauptrunde möglichst ein Endspiel um das Weiterkommen zu haben – gegen das Starensemble von Paris Saint-Germain.
„Wir wollen diese großartige Reise unbedingt verlängern, deshalb genießt das Spiel in Bratislava oberste Priorität“, sagt Hoeneß. Mindestens der 24. Tabellenplatz muss zum Abschluss im neuen Modus herausspringen, um sich für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Der VfB ringt darum, über den Strich zu kommen, was auch eine Frage der richtigen Reihenfolge ist. „In Bratislava haben wir die Möglichkeit, auf internationaler Bühne einen nächsten entscheidenden Schritt zu gehen und damit die Chance, uns eine Top-Ausgangssituation für unser Heimspiel gegen Paris Saint-Germain zur erarbeiten. Aber eben genau deshalb ist es wichtig, dass wir mit unseren Gedanken bei Bratislava und nicht bei Paris sind“, sagt der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.
Wieder einmal muss der Fokus neu ausgerichtet werden, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren – und dafür hatte Hoeneß nach dem 4:0 gegen den SC Freiburg wenig Zeit. Oft genug ist das gelungen, in Einzelfällen lief es schief. Wie in Belgrad, als der VfB ebenfalls auf einen vermeintlich schwachen Gegner traf und von Roter Stern mit 1:5 aus dem Stadion gejagt wurde.
Um eine Wiederholung zu vermeiden, warnt Wohlgemuth: „Slovan Bratislava konnte in diesem Wettbewerb noch nicht punkten und hat in den bisherigen Spielen im Schnitt drei Gegentore bekommen. Daraus jetzt aber abzuleiten, dass wir hier nicht maximal gefordert wären, darin liegt eine große Gefahr.“ Für den Sportchef gibt es nach 14 Jahren Abstinenz auf der europäischen Bühne keine Pflichtaufgaben in der Königsklasse, nur Begegnungen am Limit.
„Wir dürfen nicht den Fehler machen, vom Namen oder den bisherigen Resultaten auf das zu schließen, was uns dort an Gegenwehr begegnen wird. Wir müssen alle am Anschlag sein, mit unserer Bereitschaft, mit unserer Herangehensweise und Konzentration auf diese Aufgabe. Wir brauchen unsere beste Mentalität“, sagt Wohlgemuth.
Wachsam will Hoeneß seine Elf deshalb halten. Ein gesunder Schuss Lockerheit gehört aber ebenso dazu. „Wir fühlen uns selbstbewusst“, sagt der Trainer und der Außenstürmer Jamie Leweling bestätigt das: „Wir wollen hier das Ergebnis gut gestalten, um uns dann auf Paris freuen zu können.“