An Samstagabenden spielt der VfB in dieser Saison fast nie. Die Gründe sind vielfältig, dennoch könnte sich das Bild in der Rückrunde ändern – nicht zuletzt aufgrund eines Acht-Spiele-Limits der DFL.
Als Vizemeister war der VfB Stuttgart eines der Überraschungsteams der Vorsaison – was sich auch in den Ansetzungen der Partien widerspiegelte. Gleich siebenmal bestritt das Team von Sebastian Hoeneß das Topspiel am Samstag um 18.30 Uhr, einzig der FC Bayern und Borussia Dortmund spielten noch einmal häufiger zur exponierten Anstoßzeit. Das Ganze bedeutete zugleich einen neuen Rekord für den Bundesligisten aus Bad Cannstatt, der zuvor maximal viermal in einer Saison zur Prime Time aufgelaufen war.
In dieser Spielzeit aber ist das Bild ein anderes: Nach den jüngsten Terminierungen durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) steht der VfB nach wie vor bei nur einem Samstagabend-Spiel, dem 0:4 beim FC Bayern im Oktober. Die Duelle anderer Vereine sind hingegen schon deutlich häufiger zu dieser Zeit angesetzt worden – vor allem jene von Borussia Mönchengladbach (6) sowie des FC Bayern und von Borussia Dortmund (je 5).
Maximal acht Samstagabend-Spiele pro Verein erlaubt
Aber wie kommen diese Entscheidungen überhaupt zustande? Die Live-Rechte für die Samstagabendspiele hält der Pay-TV-Sender Sky, der die Partien auswählen kann – wenngleich in einem vorgegebenen Rahmen: Zulässig sind maximal acht Spiele eines Teams pro Saison am Samstag um 18.30 Uhr. Ein Limit, das zur kommenden Saison infolge des neuen Rechtevertrags auf zehn angehoben werden soll. Das dürfte zu noch mehr Samstagabend-Präsenz der Bayern und des BVB führen, die seit Einführung der Acht-Spiele-Grenze 2017 diese fast immer erreichten mit nur einer Ausnahme (Dortmund in der Saison 2019/20).
Hat Sky das Samstagabend-Spiel gewählt, ist in einem zweiten Schritt Dazn an der Reihe. Der Streaming-Anbieter hält die Rechte am Freitagsspiel sowie an den Partien am Sonntag – und darf die vermeintlich zweitattraktivste Partie eines Spieltags für eines seiner Übertragungsfenster auswählen. Zu diesem Fall war es zum Beispiel am neunten Spieltag gekommen, als sich Sky für das Duell zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig (2:1) am Samstagabend entschied. Dazn griff im Anschluss beim VfB-Spiel bei Bayer Leverkusen (0:0) für den Freitagabend zu.
Völlig frei dürfen die Sender aber nicht agieren. Zum einen kann die Polizei Sicherheitsbedenken anmelden – wenn etwa in einer Stadt eine parallele Veranstaltung stattfindet, rivalisierende Fans sich durch zwei Spiele in der Nähe am gleichen Tag begegnen könnten oder schlicht Tageslicht zur besseren Übersichtlichkeit der Lage gewünscht wird.
Hinzu kommt: Die Teilnehmer der Europa League (Eintracht Frankfurt und TSG Hoffenheim) sowie der Conference League (1. FC Heidenheim) kommen nach ihren Spielen am Donnerstag aufgrund der nötigen Pause nicht für den Samstagabend in Frage. Das Spitzenspiel zwischen Frankfurt und den Bayern (3:3) zum Beispiel fand deshalb im Oktober an einem Sonntag statt.
Bislang acht VfB-Terminierungen zur klassischen Anstoßzeit
An dieser Stelle lässt sich der Rückgang an Samstagabend-Spielen des VfB erklären, zumindest teilweise: In der Vorsaison fanden beide Spiele gegen die Frankfurter um 18.30 Uhr statt – was möglich war, da die Eintracht in besagten Wochen nicht international spielte. Das ist nun anderes: Nach dem Duell mit Slavia Prag (1:0) am Donnerstag gastiert die SGE nun am Sonntag (17.30 Uhr/Liveticker) beim VfB. Ein weiteres potenzielles Topspiel der Stuttgarter fiel dem Spielplan zum Opfer: Gegen RB Leipzig geht es am einzigen Spieltag unter der Woche in dieser Saison, an einem Mittwochabend im Januar 2025.
Mehrere Faktoren tragen und trugen also zum Rückgang an Samstagabend-Spielen des VfB bei. Hinzu kommt, dass sich die Stuttgarter hier mit den sieben Topspielen in ihrer Fabel-Saison 2023/24 auf dem fast höchstmöglichen Niveau bewegten. Andere Clubs warten zudem noch immer auf ihr erstes Spiel um 18.30 Uhr in dieser Saison: der VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim, der 1. FC Heidenheim, Union Berlin und der FC Augsburg – wobei die Fuggerstädter schon seit fast zehn Jahren kein Spiel am Samstagabend bestritten haben.
Spielraum für weitere Topspiel-Ansetzungen beim VfB besteht aber dennoch in den noch ausstehenden Terminierungen von Januar bis Mai, zumal Teams wie Bayern oder Dortmund aufgrund der Acht-Spiele-Grenze dort nur noch dreimal angesetzt werden können. Die eingefleischten Fans hoffen dabei wohl ohnehin auf eine andere Anstoßzeit: die klassische am Samstag um 15.30 Uhr. Hier liegt der VfB mit 8 von 16 möglichen Spielen in der Hinrunde im Mittel.