Will beim VfB durchstarten: Raphael Holzhauser. Foto: Getty

Mittelfeldmann wird beim FC Augsburg verabschiedet und will sich beim VfB Stuttgart endlich durchsetzen – ob er die Chance dazu bekommt, ist fraglich.

Stuttgart - Vor ein paar Tagen wurde Raphael Holzhauser (21) beim FC Augsburg bei einer internen Feier verabschiedet. Der Club bedankte sich beim Mittelfeldmann für sein Engagement – nun, nach einem Jahr als Leihgabe beim FCA, kehrt der Österreicher zum VfB zurück. Stefan Reuter, Manager des FC Augsburg, dachte kurzzeitig über eine Verpflichtung Holzhausers nach. Am Ende aber entschied sich der Verein in Absprache mit Trainer Markus Weinzierl gegen einen Transfer – aus guten Gründen.

Denn nur zu Beginn der Saison hatte sich Holzhauser einen Stammplatz erkämpft, das allerdings auf der ungewohnten linken Außenbahn. Dann erkrankte der Mittelfeldspieler, Augsburg eilte ohne ihn von Erfolg zu Erfolg – und Holzhauser war fortan bis auf wenige Ausnahmen außen vor. Auch, weil er sich in der Rückrunde einen langwierigen Muskelfaserriss zuzog. Holzhauser kam 2014 auf gerade einmal zwei Einsätze in der Bundesliga. Angesichts des eher verkorksten Jahres verwundert es kaum, dass der FCA Abstand von einer Verpflichtung nahm – umso mehr drängt sich nun die Frage auf, welche Rolle Holzhauser künftig beim VfB einnimmt. Wenn er denn überhaupt eine bekommt.

„Rapha wird beim Trainingsauftakt in Stuttgart sein“, sagt Holzhausers Berater Alexander Sperr, „er ist durch und durch VfBler, das ist er auch in seinem Jahr in Augsburg geblieben.“ Sperrs Schützling hat beim Club aus Cannstatt noch einen Vertrag bis 2015. „Er will den neuen Trainer Armin Veh von seinen Qualitäten überzeugen“, sagt der Berater im Brustton der Überzeugung.

Ob das allerdings ausreicht, um sich einen Platz in der Startelf zu erkämpfen und endlich den Durchbruch im Profifußball zu schaffen, ist zumindest fraglich. Denn auf Holzhausers Position im zentralen offensiven Mittelfeld stehen dem VfB in Daniel ­Didavi, Alexandru Maxim und Moritz Leitner gleich drei Profis mit großem Potenzial zur Verfügung. Holzhauser könnte auch eine Position weiter hinten, also auf der sogenannten Acht im Mittelfeldzentrum spielen – dort allerdings dürfte er nicht an Kapitän Christian Gentner vorbeikommen.

Angesichts der personellen Gemengelage drängt sich die Frage auf, ob es für Holzhauser überhaupt Sinn macht, zum VfB zurückzukehren. Berater Alexander Sperr antwortet mit einem klaren Ja. Auch, weil Holzhauser offenbar keine Angebote anderer Vereine vorliegen. „Rapha ist topfit, er hat im Vergleich zum Vorjahr vier Kilogramm abgenommen“, sagt Alexander Sperr, „er will beim VfB voll angreifen.“

Dass es dazu eine professionelle Einstellung braucht, ist auch Sperr bekannt – weshalb er ein Plädoyer für seinen Schützling hält. „Rapha hat einen Wandel vollzogen“, sagt er. Was er meint: Holzhauser, dem in der Vergangenheit im Trainingsalltag bisweilen der letzte Biss fehlte, macht mittlerweile Zusatzschichten. „Ein starker linker Fuß und eine starke Technik allein genügen eben nicht“, sagt Sperr.

Holzhauser sei nun sogar auf dem Weg, ein Musterprofi zu werden, ergänzt Sperr. Allerdings – zu dieser oder einer ähnlichen Ansicht ist das Umfeld Holzhausers schon öfter gekommen. Bisher haben sich diese Ein­drücke noch nicht dauerhaft bestätigt. Am 2. Juli beginnt beim VfB die Vorbereitung auf die neue Saison. Dann kann Holzhauser seine neuen Qualitäten beweisen.

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