Vor der Beförderung: VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, sein designierter Nachfolger Sven Mislintat Foto: Baumann/Julia Rahn

Das Rätselraten hat ein Ende. Thomas Hitzlsperger steht kurz vor der Beförderung zum Vorstandsvorsitzenden beim VfB Stuttgart. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten soll dies schon in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Stuttgart - Der bisherige Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, 37, soll zum Vorstandsvorsitzenden in der Fußball AG des Zweitligisten VfB Stuttgart berufen werden. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten will der Bundesliga-Absteiger die Personalie schon in den nächsten Tagen bekannt geben. Hitzlsperger soll einen Dreijahresvertrag erhalten, in dem lediglich noch Details zu klären sind. Der frühere VfB-Kapitän überzeugte die Aufsichtsräte der AG offenbar mit einer klaren Analyse der aktuellen Situation des Traditionsclubs und mit konkreten Vorstellungen zur künftigen Unternehmensstrategie. Seine bisherige Aufgabe als Sportvorstand soll Sportdirektor Sven Mislintat übernehmen.

Skepsis bei Heusler

Hitzlsperger setzte sich mit seiner Berufung an die Vorstandsspitze der Aktiengesellschaft gegen den Schweizer Unternehmensberater Bernhard Heusler durch, den ehemaligen Präsidenten des FC Basel. Und gegen Robert Schäfer, der im Frühjahr bei Fortuna Düsseldorf nach Streitigkeiten um die Vertragsverlängerung von Trainer Friedhelm Funkel seinen Posten als Vorstandschef räumen musste. Ein mögliches Engagement von Alex Wehrle, Geschäftsführer beim 1. FC Köln, ehemals in Diensten des VfB, scheiterte wohl auch an dessen Vertrag, der noch bis 2023 läuft. Ex-VfB-Stürmer Jürgen Klinsmann hatte zunächst sein Interesse signalisiert, dann aber zurückgezogen, weil ihm die Bedingungen des Auswahlprozesses zu umständlich und nicht zielführend erschienen.

Der Schatten von Quattrex

Gegen Bernhard Heusler gab es im Aufsichtsrat der VfB Fußball AG wohl Bedenken wegen seiner Beratungsaufträge im internationalen Fußball und wegen diversen Aufsichtsratsmandate in der Schweizer Wirtschaft. Einer der Clubs, der polnische Erstligist Legia Warschau, wird vom Stuttgarter Investor Quattrex mit finanziert. Quattrex wurde in früheren Jahren von Wolfgang Dietrich geführt. Die Geschäftsbeziehungen lieferten in Teilen der VfB-Fangemeinde immer wieder Anlass zu Spekulationen, Irritationen und Kritik.

Das Präsidenten-Casting

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich trat nach einer turbulenten Mitgliederversammlung im Juli dieses Jahres zurück. Für seine Nachfolge will der Vereinsbeirat am 7. November zwei mögliche Kandidaten benennen, die sich am 15. Dezember vor der Mitgliederversammlung des Vereins zur Wahl stellen. Der öffentlich bisher bekannteste Name auf der Bewerberliste ist VfB-Ehrenkapitän Guido Buchwald.

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