Jens Grahl hofft beim VfB auf ein paar Einsätze im Tor Foto: Baumann

Wer beim VfB in der kommenden Saison das Tor hüten wird, ist klar. Doch wer sitzt für Mitch Langerak auf der Bank? Eine Analyse der potenziellen Anwärter.

Grassau - Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Marc Ziegler ist nicht zu übersehen. Und auch sonst erinnert die Geschichte von Jens Grahl ein wenig an die des früheren VfB-Keepers, der nach seiner ersten Zeit auf dem Cannstatter Wasen (1994-2000) zehn Jahre später noch einmal nach Stuttgart zurückkehrte. Mit dem klaren Auftrag: Hinter Sven Ulreich eine solide Nummer zwei im Tor abzugeben.

Nichts anderes bewegt nun auch den gebürtigen Stuttgarter Grahl, der in der Sommerpause nach sieben Jahren bei der TSG Hoffenheim den Schritt zurück in die Heimat wählte. „Ich will mit dem VfB Stuttgart natürlich aufsteigen und hoffe, das eine oder andere Spiel zu machen“, sagt der 27-Jährige im Trainingslager am Chiemsee. Eine Kampfansage an Mitch Langerak hört sich anders an – dabei hatte Trainer Jos Luhukay tags zuvor behauptet, sich noch auf keine Nummer eins festgelegt zu haben. Was freilich geflunkert war – der VfB wird mit dem australischen Nationaltorhüternatürlich in die neue Saison gehen.

Uphoff hat Ambitionen

Die spannende Frage lautet vielmehr: Wer wird Langerak auf der Bank vertreten? Grahl? Oder Benjamin Uphoff, der in der vergangenen Saison mit der zweiten Mannschaft zwar aus der dritten Liga abgestiegen ist, den daran aber die geringste Schuld traf. Der 22-Jährige gilt als ambitioniertes Talent, der nach dem Weggang von Przemyslaw Tytonzu Deportivo La Coruna mit der Rolle als neue Nummer zwei bei den Profis liebäugelte. Bis der VfB mit Grahl einen weiteren Schlussmann verpflichtete.

Der in Hoffenheim unter Trainer Markus Gisdol drauf und dran war, Stammkraft im Tor zu werden, letztlich im Duell mit Coen Casteels und später mit Oliver Baumann aber den Kürzeren zog. Jetzt sagt er: „Wenn ich in Hoffenheim gebraucht wurde, war ich immer da. So ähnlich stelle ich mir das jetzt auch beim VfB vor.“

Für den 27-Jährigen haben sich die Prioritäten ein wenig verschoben. Grahl hat geheiratet, vor einer Woche kam Sohn Lennox zur Welt. Die Rückkehr in die Heimat war ihm aus familiären Gründen wichtig, was nicht heißen soll, dass Grahl nun jeglicher sportlicher Ehrgeiz abhanden gekommen wäre. Ein paar Einsätze sollen es in der am 8. August mit dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli beginnenden Saison schon werden – auf alle Fälle mehr als bei Marc Ziegler nach dessen Rückkehr zum VfB. Ziegler bestritt in der Bundesliga kein Spiel mehr.

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