Seit drei Wochen ist Gonzalo Castro wieder ein Teil der Stuttgarter Startelf. Foto: dpa

Nach einer enttäuschenden Hinrunde hat sich Gonzalo Castro seinen Stammplatz beim VfB zurückerkämpft. Bei seinem Ex-Club Dortmund soll nun der Aufwärtstrend des Routiniers weiter anhalten.

Stuttgart - Vor seiner ersten Rückkehr nach Dortmund hat das Rätseln um Gonzalo Castro zumindest vorerst ein Ende. Acht Monate nach seinem Wechsel hat der Mittelfeldspieler seine Form und seine Rolle beim VfB Stuttgart endlich gefunden. Auch am Samstag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei seinem früheren Club dürfte der 31-Jährige von Beginn an spielen. Denn inzwischen er ein Hoffnungsträger im Abstiegskampf – und das obwohl er über weite Strecken der Saison als Missverständnis galt, das seinem Ruf als Transfer-Coup überhaupt nicht gerecht werden konnte.

Castro hat Gentner den Rang abgelaufen

„Gonzo ist ein Faktor für uns. Dass er wieder nach Dortmund zurückkehrt, wird ihn sicher freuen und motivieren“, sagte Trainer Markus Weinzierl, der Castro bis zum 1:3 gegen Leipzig in elf von 14 Spielen zunächst auf die Bank verbannt hatte. Dreimal nacheinander ließ Weinzierl aber zuletzt die gleiche Startelf auflaufen und hat auch vor dem Gastspiel beim Tabellenführer keinen Grund, an Castro in der ersten Elf zu rütteln. Castro sei ein „sehr, sehr guter Fußballer“. Von seiner Übersicht profitiere die gesamte Mannschaft.

Dieses Potenzial hat der Champions-League- und Nationalelf-erprobte Routinier aber beim Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga lange nicht abgerufen. Dabei hatte er im Sommer große Hoffnungen geweckt. Der damalige Sportvorstand Michael Reschke heimste für die Verpflichtung Lob ein. Castro sollte als Führungsspieler vorangehen. Doch er enttäuschte. Mit dem 0:4 im Hinspiel gegen Dortmund, dem Einstand von Weinzierl, verlor er seinen Platz in der Startelf.

Ein Altmeister mit großen Schwankungen

„Es ist im Fußball ein Stück weit normal, dass man Phasen hat, in denen man nicht so gut drauf ist“, sagte Castro im Interview des „Westfälischen Anzeigers“. „Dann geht es darum, wieder aufzustehen und diese Phasen so kurz wie möglich zu halten.“

Warum der einstige Leverkusener über Monate in einem Tief steckte, wusste beim VfB niemand so recht zu erklären. „Er ist ein Beispiel dafür, dass es für jeden Spieler und gerade die Neuzugänge schwierig ist, wenn es in einer Saison holprig losgeht“, sagte Weinzierl.

Erst vor drei Wochen fand der Coach seine Stammformation für den Klassenverbleib und damit auch die passende Rolle für Castro. Die Systemumstellung auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette in der Abwehr kommt Castro entgegen. Der defensive Mittelfeldspieler soll die spielerische Komponente stärken und hat Kapitän Christian Gentner auf die Bank verdrängt. „Mir tut es natürlich auch gut, dass ich weiß, dass hinter mir noch jemand ist, der etwas wegverteidigen kann“, erklärte Castro die Pluspunkte der Taktik.

Aus seinen drei Jahren beim BVB ist Castro andere Tabellenregionen gewohnt, aber auch der Abstiegskampf habe seinen „Reiz“, behauptete er. „Die Situation, wie sie jetzt in Stuttgart ist, hatte ich noch nie. Für den Klassenerhalt zu kämpfen ist für mich neu – aber umso schöner ist es sicherlich, wenn du an Spieltag 34 über dem Strich stehst und es doch geschafft hast.“

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