Alexander Zorniger trifft am Samstag mit dem VfB auf die TSG Hoffenheim mit Trainer Markus Gisdol Foto: Baumann

Die Fußballtrainer Alexander Zorniger (VfB Stuttgart) und Markus Gisdol (Hoffenheim) verfolgen vor dem Duell der beiden Mannschaften am Samstag dieselbe Spielidee, die einen gemeinsamen Ursprung hat.

Stuttgart - Es fällt schwer, vor der Bundesliga-Partie des VfB Stuttgart bei 1899 Hoffenheim an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) den Bogen zu Valeri Lobanowski zu schlagen. Die Trainer-Legende der Ukraine ist längst tot und nur Fachleuten noch ein Begriff. Und doch lebt der Geist des „Schweigers von Kiew“ am Samstag in der Rhein-Neckar-Arena ein Stück weit fort.

Und das kam so: Der Fußball-Trainer praktizierte bereits in den 80er Jahren die ballorientierte Raumdeckung – zu einer Zeit, in der es hierzulande die meisten Kicker noch mit Franz Beckenbauer hielten: Geht’s raus und spielt’s Fußball! Dem Amateur-Trainer Helmut Groß fiel die taktische Finesse bei einem Trainingslager in Stuttgart auf. Er gab die Idee an den Amateur-Trainer Ralf Rangnick weiter, der seinen wissenschaftlichen Blick auf den Fußball später in die Bundesliga trug.

Und damit viele Kollegen maßgeblich beeinflusste: Wolfgang Frank, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel – sie alle sind Zöglinge dieser „Württembergischen Trainerschule“ und Brüder im Geiste. Alexander Zorniger und Markus Gisdol, von Mehmet Scholl jüngst pauschal als „Laptop-Trainer“ verspottet, gehören zu den jüngeren Vertretern dieser Lehre, womit wir wieder bei Hoffenheim und dem VfB wären. Am Samstag treffen die Roten erstmals auf einen Gegner, der demselben Plan folgt wie er selbst. „In der Spielidee gibt es klare Parallelen. Man kann gemeinsame Wurzeln durchaus erkennen“, stellt Hoffenheims Manager Alexander Rosen fest. „Das wird sicher spannend zu beobachten sein“, meint Zorniger. Er rechnet mit „vielen schnell wechselnden Spielsituationen. Da müssen wir vorbereitet sein.“ Gisdol erwartet „ein von viel Offensive geprägtes Spiel“. Beim VfB hat er vor allem die Defensive als Schwachstelle ausgemacht. Um das zu erkennen, braucht es allerdings keinen Laptop – und auch keine Wissenschaft.

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