Im Frankfurt-Spiel umkurvt Daniel Ginczek den Eintracht-Torhüter Hradecky. Foto: Baumann

Nach langer Leidenszeit ist Daniel Ginczek wieder komplett in den Spielbetrieb integriert. Zuletzt hat er drei Partien über 90 Minuten gemacht. „Das ist extrem wichtig für ihn“, sagt der Trainer Tayfun Korkut.

Stuttgart - Er ist erst 26 Jahre alt, doch was die Dicke seiner Krankenakte angeht, kann ihn im aktuellen VfB-Spielerkader wohl nur Holger Badstuber übertrumpfen. Daniel Ginczek hat bereits zwei Kreuzbandrisse und einen Bandscheibenvorfall hinter sich, die ihn jeweils zu langen Pausen zwangen. Auch in dieser Spielzeit lief zunächst nicht alles rund für den schwäbischen Patienten: durch Knieprobleme zu Saisonbeginn sowie einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich im Herbst verpasste der 1,91-Meter-Mann zehn Bundesligaspiele. Doch die Zeiten in der VfB-Rehawelt, wo sich die verletzten Spieler wieder heran kämpfen, die sollen für Daniel Ginczek nun endlich der Vergangenheit angehören.

Ginczek befindet sich klar im Aufwind

„Er hat jetzt drei Spiele hintereinander über die volle Distanz absolviert. Das ist für ihn das Allerwichtigste“, sagt der Trainer Tayfun Korkut über den Stürmer, der sich nicht nur aufgrund der zunehmenden Spielzeit eindeutig im Aufwind befindet. Als Beleg für die alte, neue Wucht des Daniel Ginczek taugte gegen Eintracht Frankfurt die Szene vor dem 1:0 durch Erik Thommy. „90 Prozent dieses Tores gehören Daniel“, sagte der Stuttgarter Torschütze, der den Ball ja nur noch über die Linie hatte drücken müssen. Zuvor war Ginczek nach einem Zuspiel von Christian Gentner davon gezogen, hatte den Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky umspielt, ehe sein Schuss noch an den Pfosten gelenkt wurde.

Bereits vier Treffer hat Daniel Ginczek in 14 Ligapartien erzielt, den letzten beim 1:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach. Damit ist er neben Chadrac Akolo bester VfB-Saisontorschütze. Was auch zeigt, dass der Aufsteiger aus Stuttgart nicht gerade eine Tormaschine beheimatet. Doch die Gefahr in des Gegners Hälfte ist im Vergleich zur Hinrunde, als der VfB zuweilen an Harmlosigkeit nicht zu überbieten war, um einiges größer geworden. Das liegt auch am dynamischen Ginczek, der sich aktuell auf das Sportliche konzentrieren will und sich daher mit Wortmeldungen zurück hält.

Dafür spricht Tayfun Korkut: „Daniel und Mario leisten auch unheimlich viel im Spiel gegen den Ball“, lobt der Trainer, der anders als sein Vorgänger Hannes Wolf das Duo Ginczek samt Sturmpartner Gomez gemeinsam von Beginn an auflaufen lässt: „Was die beiden vor dem Tor können“, ergänzt Korkut, „darüber müssen wir ja ohnehin nicht reden.“

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