Borna Sosa steht beim VfB Stuttgart vor dem Comeback. Bereits im Schlüsselspiel gegen Werder Bremen könnte es so weit sein. Doch es gibt auch andere Alternativen für die Außenbahnen.
Borna Sosa mischt wieder voll mit. Er rennt, er geht in die Zweikämpfe, er flankt. Zumindest im Training. Der Fußballprofi des VfB Stuttgart wird nicht mehr geschont und nach seinen hartnäckigen Adduktorenproblemen hält er den Belastungen stand. Aus diesem Grund ist der Kroate für den Trainer Bruno Labbadia an diesem Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Werder Bremen eine Option für den Kader. Erstmals unter dem neuen Coach.
„Er hat sich in der Trainingswoche sehr spielfreudig gezeigt“, sagt Labbadia über Sosa, der nach seiner WM-Teilnahme mehrere Wochen nicht mit der Mannschaft trainierte, sondern in München ein Spezialprogramm absolvierte – mit Reha- und Fitnessanteilen. Bereits im vergangenen Sommer lief das so und der 25-Jährige benötigte hinterher relative kurze Zeit, um wieder spielen zu können.
Das sagt Bruno Labbadia über Borna Sosa
Ein Comeback vom Anpfiff weg steht wohl nicht bevor, aber der Trainer schätzt Sosas Fähigkeiten. „Er bringt eine hohe Spielintelligenz mit, sieht den freien Raum, ist technisch stark und seine Flanken sind top“, sagt Labbadia. Vor allem ohne die präzisen Hereingaben musste der VfB beim Re-Start der Bundesliga auskommen. Jetzt dürfte Sosas Name wieder regelmäßig auf dem Spielberichtsbogen auftauchen – was die Gegner zwingt sich auf eine weitere Offensivvariante der Stuttgarter einzustellen.
Dennoch bleibt Sosa für Labbadia ein Linksverteidiger. „Ich glaube, dass er das Spiel vor sich haben muss, um seine Stärken besser ausspielen zu können“, sagt der Trainer. Als Linksaußen kommt Sosa also nicht in Betracht, was aufgrund seiner Spielweise immer mal wieder diskutiert wird. Zumal es beim VfB für die Außenpositionen genügend Alternativen gibt, selbst ohne die verletzten Silas Katompa und Tiago Tomas. Die ursprüngliche Flügelzange fällt gegen Werder erneut aus. Doch in Chris Führich und dem Neuzugang Gil Dias bieten sich dribbelstarke Spieler als Ersatz an – mit der Möglichkeit auch die Seiten zu tauschen.
Diese Flexibilität auf dem Platz ist dem Trainer wichtig. Das gilt ebenso für das Personal. In Juan Perea und Thomas Kastanaras verfügt der Trainer über zwei weitere Angreifer, die über die Flügel kommen können. Kastanaras, eigentlich Mittelstürmer, übernahm den Part zunächst bei der Niederlage in Leipzig von Beginn an, Perea wenige Tage später beim Pokalsieg in Paderborn.
„Wir entscheiden danach, welches Spielerprofil zum anstehenden Gegner passt“, sagt Labbadia. Perea mit seiner wilden Spielweise? Kastanaras mit seinem Laufvermögen und seiner Einsatzbereitschaft? Oder doch Dias mit frischem Schwung und dem Selbstvertrauen eines Torschützen? Der Portugiese traf bei seinem Einstand wenige Minuten nach seiner Einwechslung.
Das tut gut vor dem Schlüsselspiel gegen die Bremer. Acht Punkte sind die Nordlichter dem abstiegsgefährdeten Südrivalen voraus, und zuletzt besiegten die Bremer den formstarken VfL Wolfsburg. Da ist Labbadia froh, in Sosa selbst wieder über eine zusätzliche Möglichkeit zu verfügen – auch wenn es dessen Vertreter Josha Vagnoman und Nikolas Nartey ordentlich gemacht haben.