Sebastian Hoeneß kann’s kaum fassen – der VfB Stuttgart hat schon wieder ein Heimspiel verloren. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Der VfB Stuttgart war in jüngerer Vergangenheit lange Zeit zuhause eine Macht. Das hat sich grundlegend geändert. Warum eigentlich?

Es gab eine Zeit, da schien die heutige MHP-Arena eine uneinnehmbare Festung zu sein. Zwischen Oktober 2023 (2:3 gegen die TSG Hoffenheim) und November 2024 (2:3 gegen Eintracht Frankfurt) verlor der VfB in Stuttgart kein einziges Pflichtspiel. Die Heimstärke bildete somit auch einen Teil des Fundaments der vergangenen Traumsaison, die mit der Vizemeisterschaft endete. Und nun?

 

Steht der VfB zwar im Pokalfinale, das er in diesem Wettbewerbe auch durch drei Heimsiege erreicht hat. In der Bundesliga aber wittern die Kontrahenten schon länger Morgenluft, wenn es darum geht, aus Stuttgart Punkte zu entführen.

Fünfmal in Folge hat der VfB in den vergangenen Wochen in der heimischen Arena verloren. Dabei bittere Pillen, wie das 3:4 gegen Bayer Leverkusen, schlucken müssen. „An der Atmosphäre“, sagte Sebastian Hoeneß – und meinte, es falle ihm eigentlich „kein spezifischer Grund“ dafür ein, dass aus der Heimstärke eine Heimschwäche geworden ist. Aber tatsächlich hat der VfB sieben seiner elf Niederlagen dieser Saison in der MHP-Arena kassiert.

Jedes dieser Spiele habe „seine eigene Geschichte“, sagte der VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth – und will damit verdeutlichen, dass er kein Muster der Heimmisere erkennen kann. Auch Hoeneß würde es eher „dem Zufall“ zuschreiben, dass es zuletzt zuhause immer schief ging. Dabei gibt es ein markantes Startdatum der Misere.

Wende nach der Pleite in der Königsklasse

Zu Jahresbeginn gewann der VfB zuhause gegen RB Leipzig (2:1) und den SC Freiburg (4:0). Dann folgte am 29. Januar das Heimspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain – die Stuttgarter unterlagen 1:4, waren raus aus der Königsklasse und deutlich desillusioniert.

Drei Tage später setzte es das 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach, dem Heimniederlagen gegen den VfL Wolfsburg (1:2), den FC Bayern (1:3), Bayer Leverkusen (3:4) und nun gegen Werder Bremen (1:2) folgten. In den letzten vier dieser fünf Partien lag der VfB sogar in Führung – und verlor dennoch. „Die Statistik ist nicht schön“, sagte Fabian Wohlgemuth.

In der ewigen Statistik der Bundesliga ist der VfB nun übrigens der Club mit den meisten Heimniederlagen – eine Randnotiz, schließlich hängt diese Bilanz auch mit der langjährigen Zugehörigkeit zum Oberhaus zusammen. Trotzdem wollen sie in Stuttgart schnell den Turnaround schaffen. „Wir müssen schauen, dass wir diese Statistik wieder umdrehen“, sagte Wohlgemuth zur Heimpleiten-Serie. Und Hoeneß meinte: „Wir müssen unser Heimstadion wieder zu einer Macht werden lassen und hier wieder unsere Punkte holen.“

Zwei Möglichkeiten gibt es noch in dieser Saison: am 25. April (20.30 Uhr) gegen den 1. FC Heidenheim und am 11. Mai (19.30 Uhr) gegen den FC Augsburg. Drei Auswärtsspiele gibt es zudem. Und das Pokalfinale – das die Fans des VfB zu einem Heimspiel machen wollen. Hoffentlich ist das bis dahin wieder eine gute Idee.