Chris Führich (li.) und Dan-Axel Zagadou hatten am Samstag gegen den VfL Bochum gleich mehrfach Grund zum Jubeln. Foto: Baumann

Der VfB startet nach turbulenten Tagen überzeugend in die neue Saison. Überbewerten sollte man den Sieg gegen den VfL Bochum aber aus mehreren Gründen nicht, meint unser Reporter David Scheu.

So ganz klar war ja nicht, wo der VfB Stuttgart vor dem Ligaauftakt nun genau steht. Der plötzliche Abgang von Kapitän Wataru Endo hatte in den Tagen vor der Partie gegen den VfL Bochum die Schlagzeilen bestimmt – und Fragen aufgeworfen. Verunsichert die Personalie das Team? Und kann der VfB seinen Anführer und Leistungsträger teamintern überhaupt ersetzen? Die Antwort am Samstag hätte klarer nicht ausfallen können: Sie konnte.

 

Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten dominierte der VfB die Partie gegen den VfL fast nach Belieben, zeigte sich im Mittelfeld kombinationssicher, begeisterte die Zuschauer – und gewann letztlich hochverdient mit 5:0. Keine Frage, in dieser Verfassung ist die Stuttgarter Mannschaft konkurrenzfähig in der Bundesliga. Ohne Wataru Endo. Und auch ohne langjährige Stammspieler wie Borna Sosa und Konstantinos Mavropanos, die am Samstag nur eine Nebenrolle spielten beziehungsweise gar nicht im Kader standen.

Was allerdings auch zur Wahrheit gehört: Von den enttäuschenden Bochumern kam mit zunehmender Spieldauer immer weniger Gegenwehr, gegen Ende hatte die Sache den Charakter eines kaum noch anstrengenden Trainingsspiels. Ein echter Gradmesser sieht anders aus, so leicht dürfte es in dieser Saison nicht mehr oft werden.

Zudem ist ja noch nicht ganz klar, ob die Mannschaft vom Samstag wirklich so zusammenbleiben wird – oder ob es durch ein Angebot aus England doch noch zum Abgang eines Leistungsträgers wie Serhou Guirassy kommt. Der VfB tut deshalb gut daran, den Sieg richtig einzuordnen und nicht über zu bewerten. Ein starker und wichtiger Start war das Bochum-Spiel dennoch. Nicht mehr und nicht weniger.