Chris Führich (li.) und der VfB hatten gegen die TSG Balingen (im Bild Tim Wöhrle) die meiste Zeit alles im Griff. Foto: Baumann

Ohne große Mühe besiegt der VfB den Regionalligisten aus Balingen. Kein Gradmesser für die Bundesliga also? Nicht ganz, findet Sebastian Hoeneß. Vor allem eines will der Trainer mitnehmen ins Duell mit dem VfL Bochum.

Ganz am Ende kam doch nochmal ein bisschen Spannung auf im Stadion an der Kreuzeiche. Nicht aufgrund des Ergebnisses, der VfB Stuttgart stand in der Schlussphase längst als Sieger des Erstrunden-Duells im DFB-Pokal gegen die TSG Balingen (4:0) fest. Aber: Auf einmal zog ein Gewitter über Reutlingen hinweg – und ganz sicher war es kurzzeitig nicht, ob die Partie regulär ohne Unterbrechung beendet werden konnte. Sie konnte schließlich, Schiedsrichter Robert Kampka pfiff pünktlich ab. Und die VfB-Fans jubelten und hüpften klatschnass im Regen auf der nicht überdachten Gegengerade.

 

Der Stuttgarter Trainer Sebastian Hoeneß lobte dann auch die „überragende Atmosphäre“ im mit 13 400 Zuschauern ausverkauften Stadion – und konnte auch sonst zufrieden sein mit dem Auftreten seiner Elf. Die ließ an diesem Nachmittag zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen, machte den Drei-Klassen-Unterschied gegen den Regionalligisten in fast allen Phasen deutlich und gewann letztlich ungefährdet mit 4:0.

Balingens Trainer Martin Braun lobt das Tempo des VfB

Die Tore waren dabei durchaus sehenswert. Enzo Millot traf nach Vorlage von Silas Katompa zur Führung (25.), dann erhöhte Silas selbst mit einem Schlenzer ins Lattenkreuz (34.), ehe Toptorjäger Serhou Guirassy kurz vor der Pause nach einem überlegten Querpass von Millot ins leere Tor zum 3:0 einschob (43.). Den Schlusspunkt setzte Kapitän Wataru Endo nach einem schönen Doppelpass mit Guirassy (55.).

Die Balinger? Mühten sich nach Kräften, kamen aber nicht immer in die Zweikämpfe und wurden vor allem nach Ballverlusten vom VfB kalt erwischt. „Da hat der VfB seine große Qualität gezeigt“, sagte der Balinger Trainer Martin Braun. Für den Ex-Profi war der Unterschied zwischen dem Bundes- und dem Regionalligisten am Samstag deutlich zu sehen: „Dieses Tempo, die Aggressivität und die körperliche Robustheit, die der VfB hat, sind wir halt nicht gewohnt.“

Womit sich die Frage stellt, wie viel Aussagekraft die Generalprobe für den Ligaauftakt am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in der heimischen MHP-Arena gegen den VfL Bochum hat. Dass eine andere Qualität auf den VfB zukommt, stellte auch Hoeneß nicht in Frage: „Ich denke, dass Bochum höher verteidigen und auch mehr Intensität ins Spiel bringen wird.“

Dennoch könne man aus dem Balingen-Spiel auch etwas für den Ligaalltag ziehen. „Die Haltung können wir mitnehmen“, sagte der Stuttgarter Trainer. „Ich habe bei uns eine Mannschaft gesehen, die wusste, um was es geht. Man habe nichts zu leicht genommen, den Gegner nicht unterschätzt und sehr seriös gespielt.

Das sah auch der VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth so: „Alle waren mit den Köpfen da und wussten, worum es geht. Wir haben das Spiel konsequent durchgezogen.“ Diese Tugenden und diese Präsenz, so Hoeneß, seien auch im anstehenden Duell mit den Bochumern von Nöten.