Ungläubige Blicke der VfB-Teamkollegen: Mario Gomez wird des Platzes verwiesen. Foto: Baumann

Der Stürmer des VfB Stuttgart kommt als Joker, sieht binnen fünf Minuten Gelb und Gelb-Rot – und hat dann Redebedarf mit Schiedsrichter Deniz Aytekin.

Stuttgart - Über die Stadionlautsprecher lief nach Spielschluss der Klassiker „Don’t stop believing“ der Gruppe Journey, als Mario Gomez den Glauben an die Gerechtigkeit bereits verloren hatte und in den Katakomben der Arena in den letzten Zweikampf des Abends ging. Das Ziel des Torjägers war die Schiedsrichterkabine von Deniz Aytekin. Der hatte Gomez nach zwei Luftzweikämpfen mit angewinkelten Armen binnen fünf Minuten beim Stand von 2:1 für den VfB zunächst verwarnt (84.) und dann mit Gelb-Rot (89.) vom Platz geschickt.

Nicht nur für den VfB-Trainer Markus Weinzierl waren dies die entscheidenden Momente in einem Spiel, das sein Team nach 0:1-Rückstand noch umgebogen hatte. „Wenn wir in der Nachspielzeit mit Elf gegen Elf spielen“, sagte der Stuttgarter Chefcoach, „dann werden wir nicht so hinten rein gedrängt.“

Gomez fühlt sich nicht als Sündenbock

In die Rolle des großen Sündenbocks wollte Gomez nach dem 2:2 durch Florian Niederlechner aber nicht schlüpfen: „Ich habe jetzt 14 Jahre als Profi gespielt – und bin noch nie vom Platz geflogen. Solche Zweikämpfe habe ich schon drei Millionen Mal geführt und bin nie bestraft worden“ – das erklärte der 32-Jährige auch Aytekin im Kabinengespräch.

Gomez, der im Hinspiel beim 3:3 in Freiburg zwei Tore geschossen hatte, witterte gar einen Racheakt des Schiedsrichters. Denn auch im Breisgau hatte Aytekin gepfiffen – und Gomez hatte sich hinterher im TV-Interview etwas abfällig über die Leistungen des Referees geäußert. Dass die Gelb-Rote Karte vom Sonntagabend nun eine Retourkutsche sei, dies wiederum wies der Referee aus dem fränkischen Oberasbach weit von sich. „Ich weiß nicht mal mehr, was ich gestern gegessen habe“, das soll Aytekin laut Gomez gesagt haben. Auf Gomez‘ Einwand wiederum, ein fairer Spieler zu sein, der noch nie vom Platz geflogen sei, soll Aytekin entgegnet haben: „Irgendwann ist immer das erste Mal.“

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Bereits zum zweiten Mal in Folge hatte Gomez gegen Freiburg erst auf der Bank gesessen. „Wenn er später reinkommt, ist er eine Waffe und kann das Spiel entscheiden“, erklärte Weinzierl, womit Gomez, der auf nur sieben Ballkontakte kam, anders als mit der Spielleitung durch Deniz Aytekin kein Problem hat. „Ich akzeptiere die Entscheidung meines Trainers.“

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