Ersatztorhüter Fabian Bredlow hielt seinen Kasten sauber. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart muss beim 1:0 gegen den SC Freiburg lange zittern, doch am Ende zählt nur das Erreichen des Achtelfinales.

Stuttgart - Es ging schon auf Heilig Abend zu, als Schiedsrichter Felix Brych den Schlusspunkt unter dieses bemerkenswerte Fußballjahr setzte. Die Spieler in den dreckverschmierten, vormals weißen Trikots, rissen ihre Arme in die Höhe und sanken erschöpft auf den Boden.

Nach hartem Kampf hatte der VfB Stuttgart in der zweiten Runde des DFB-Pokals den SC Freiburg mit 1:0 (1:0) besiegt. Durch einem Treffer von Sasa Kalajdzic, der seiner Mannschaft das Überwintern im Pokal samt einer Prämie in Höhe von knapp 600 000 Euro für das Erreichen des Achtelfinales ermöglichte und von einem „geilen Sieg“ sprach. Für den Bundesliga-Aufsteiger geht damit ein äußerst erfolgreiches Fußballjahr zu Ende. Und ein guter Schluss ziert bekanntlich alles.

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Der Trainer Pellegrino Matarazzo war stolz auf seine Mannschaft. „In der ersten Hälfte haben wir sehenswert kombiniert, in der zweiten mit Leidenschaft dagegengehalten. Es fühlt sich gut an.“ Einigen Akteuren hatte er eine schöpferische Pause verordnet. Silas Wamangituka etwa, der beim 0:1 in Wolfsburg nicht ganz frisch gewirkt hatte. Der Kongolese tauchte nicht einmal im Kader auf. Genauso wie Kon­stantinos Mavropanos, der wegen muskulärer Probleme aussetzte. Daniel Didavi nahm mit der Bank vorlieb. Dafür durfte das in dieser Konstellation selten zusammen agierende Quartett aus Nicolas Gonzalez, Tanguy Coulibaly, Sasa Kalajdzic und Mateo Klimowicz sein Können unter Beweis stellen. Im Tor nahm Matarazzo den fast schon üblichen Pokal-Wechsel vor. Für Gregor Kobel stand Fabian Bredlow zwischen den Pfosten, der zwar einige Wackler hatte, aber seine Sache unterm Strich ordentlich machte.

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Bredlow sah, wie seine Mitspieler gut in die Partie fanden. Trotz des schwer bespielbaren Rasens lief die Kugel flott durch die eigenen Reihen. Der VfB präsentierte sich ballsicher und versuchte es immer wieder mit Steilpässen in Richtung des von Benjamin Uphoff gehüteten Freiburger Tores. Bereits nach 15 Minuten musste der frühere Schlussmann des VfB II hinter sich greifen. Ein von Coulibaly initiierter Spielzug landete über Klimowicz und Gonzalo Castro bei Kalajdzic. Der Österreicher bewies einmal mehr seinen Killerinstinkt und hatte keine Mühe, den Ball durch die Beine von Uphoff im Tor zu versenken – 1:0. „Eigentlich wollte ich den Ball in die rechte Ecke schießen“, bemerkte er hinterher augenzwinkernd. Es war ein prima Spielzug, dem weitere Ballstafetten folgten. Der SC-Trainer Christian Streich schimpfte an der Seitenlinie wie ein Kesselflicker. Seine zuletzt dreimal in Folge siegreiche Mannschaft agierte viel zu passiv. Nach vorne brachte sie wenig zustande.

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Anders der VfB. 67 Prozent Ballbesitz wies die Statistik zur Pause auf. Einer der auffälligsten war Gonzalo Castro, der bei nahezu jedem Angriff seine Füße Spiel hatte. Es ist eine der Stärken des VfB in dieser Saison, dass nahezu jeder Spieler auf den Punkt seine Leistung abruft. Auch wenn er, wie zuletzt der Kapitän, gar nicht gespielt hatte.

Zwei grundverschiedene Halbzeiten

Einen Vorwurf musste sich der VfB jedoch gefallen lassen. Dass er sich in seiner Schönspielerei irgendwann verlor – statt zielstrebiger auf den zweiten Treffer zu drängen. So ging es mit einem knappen 1:0 in die Pause. Nach dem Wechsel schaltete der Sportclub zwei Gänge hoch, agierte giftiger und zielstrebiger. Matarazzos Jungs verfielen zunehmend in Passivität. Vor allem Vincenzo Grifo, der sich in der ersten Hälfte noch am Rande einer Tätlichkeit bewegt hatte, aber nur Gelb sah, nahm nun das Heft in die Hand. Chance um Chance erspielten sich die Breisgauer plötzlich, doch irgendwie bekamen die Gastgeber im letzten Moment immer noch ein Bein dazwischen.

Zum Ende wurde es der typische Pokalkampf, weil auch der VfB wieder dagegenhielt und auf die Entscheidung drängte. Doch Kalajdzic, Orel Mangala und Wataru Endo vergaben jeweils gute Möglichkeiten (71./72./83.). So hieß es Zittern bis zum Schluss, bis der glückliche Sieg unter Dach und Fach war. Am Ende konnten die Stuttgarter ausgelassen jubeln – was zählt, ist das Weiterkommen.

Nächster Gegner wird am 3. Januar ermittelt

Nach dem vollgepackten ersten Teil der Hinrunde bekommen Matarazzos Spieler über die Feiertage nun drei Tage komplett frei. Denn der Fußballbetrieb ruht in diesen Zeiten nur kurz. Bereits am 2. Januar geht es mit der Bundesliga weiter. Zu Gast am 14. Spieltag ist das Spitzenteam von RB Leipzig. Einen Tag später, am 3. Januar, weiß der VfB dann, mit wem er es im Achtelfinale des DFB-Pokals am 2. oder 3. Februar zu tun bekommt.

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