Serhou Guirassy ist von den Freiburgern nicht zu stoppen. Er trifft gleich doppelt für den VfB Stuttgart. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter sind beim 5:0-Sieg im Landesduell nicht nur im Abschluss effizient, sondern sie demonstrieren Lust aufs Verteidigen. Das ist die Basis für weitere Erfolge, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

5:0, 1:5, 5:0 – der VfB Stuttgart scheint zum Bundesligastart zu Extremen zu neigen. Doch das trifft nur ergebnistechnisch zu. Das Spiel wird stabiler und konstanter. Das haben die Fußballprofis im Trikot mit dem Brustring bislang in fünf von sechs Hälften dieser noch jungen Spielzeit gezeigt. Nur 45 Minuten in Leipzig bei der deftigen Niederlage waren schwach, ohne die nötige Widerstandsfähigkeit. Vieles andere war bislang stark, was die Elf von Sebastian Hoeneß geboten hat. Bochum hin, Freiburg her.

 

Ohnehin fällt auf, dass der Trainer seit seinem Amtsantritt im vergangenen April die Mannschaft gut ausbalanciert hat. Zwischen Defensive und Offensive, aber ebenso zwischen Teamfähigkeit und Individualität. Geschlossen trat der VfB jetzt beim 5:0-Erfolg im Landesduell gegen den SC Freiburg auf. Reif wirkten die Stuttgarter an diesem Nachmittag – und effizient. Die ersten Torschüsse waren Volltreffer: 3:0 stand es nach Toren von Serhou Guirassy (2) und Chris Führich. Das gab Sicherheit. Und nach einer etwas ruhigeren Phase legten die Gastgeber erneut durch Führich und Enzo Millot nach.

Das mussten die Gäste aus dem Breisgau erst einmal verarbeiten. Christian Streich brauchte nach dem Abpfiff lange, um seinen ersten Ärger herunterzuschlucken und die Gedanken zu sortieren. Der SC-Coach sah seine Spieler in allen Belangen unterlegen. Vor allem, weil der VfB eine Tugend zeigte, die ansonsten die Freiburger auszeichnet: Die Lust aufs Verteidigen. Darauf basiert das Stuttgarter Spiel – und erst dann kommt die Leidenschaft fürs Angreifen.

Mit dem guten Gefühl, die richtige Mischung gefunden zu haben, geht der VfB in die Länderspielpause. Angenehme Momente werden das beim Blick auf die Tabelle. Sechs Punkte nach drei Partien dokumentieren die Heimstärke, aber ebenso, dass der Gruppe trotz der Abgänge der Leistungsträger Wataru Endo, Konstantinos Mavropanos und Borna Sosa einiges zuzutrauen ist. Dabei dürfte der VfB in den nächsten Monaten wohl weniger von individueller Klasse getragen werden, sondern mehr von mannschaftlicher Geschlossenheit.