Fahnen im Gästeblock Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Das Spiel des VfB gegen Maccabi Tel Aviv war von besonderen Rahmenbedingungen begleitet – die auch erklären, warum im Gästesektor Fahnen zu sehen waren.

Wenn ein Fußballspiel wie das des VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv ansteht, dann ist von vornherein klar, dass besondere Rahmenbedingungen gelten. Dazu führt nun einmal der übergeordnete Kontext dieser Partie.

 

Dem trug auch der VfB Stuttgart Rechnung, indem er an alle potenziellen Stadionbesucher kommunizierte, womit sie an dem Abend zu rechnen hatten, so sie sich für einen Stadionbesuch entscheiden. „Die Einlasskontrollen werden im Rahmen des Sicherheitskonzepts für dieses Heimspiel sehr intensiv sein und deutlich mehr Zeit als gewohnt beanspruchen. Stadionbesucher sollten in jedem Fall so früh wie möglich vor Ort sein“, hieß es in einer Mitteilung des Clubs beispielsweise. Die Fans taten, wie ihnen empfohlen, waren früh vor Ort und ertrugen die teils stundenlange Wartezeit vor dem Einlass stoisch. Bis Anpfiff waren so gut wie alle auf ihren Plätzen. Was der Club im Nachgang ausdrücklich hervorhob.

Der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle lobte die Fans für ihren „sensationellen Umgang mit den außergewöhnlichen Rahmenbedingungen“ und sprach von einer „Ausnahmesituation, die im Fußball niemals auch nur annähernd Standard werden darf.“ Wehrle weiter: „Unser Dank gilt auch all jenen, die dieses Spiel im engen Schulterschluss mit uns gestemmt haben. Danke an die Polizei, die Behörden und alle weiteren Einsatzkräfte sowie alle, die uns im Vorfeld oder beim Spiel selbst tatkräftig unterstützt haben.“

Etwas anderes, was in der Vorab-Information stand, hatte etwas mehr Tragweite. „Außerhalb der Cannstatter Kurve sowie des Gästefanbereichs ist das Mitführen und Präsentieren von Fahnen, Bannern, Schildern und Fanutensilien jeglicher Art mit Ausnahme von Fantrikots, Fanschals und Fanmützen nicht gestattet“, hieß es da. Auch vor dem Stadion wurde exakt diese Information im Stakkato-Takt durchgesagt. Der Hintergrund: Man wollte unbedingt vermeiden, dass politische Botschaften oder gar extremistische Parolen in das Stadion gelangen.

Kontrollaufwand um ein Vielfaches erhöht

Auch, weil es den Kontrollaufwand noch einmal um ein Vielfaches erhöht hätte, wenn man die Mitnahme dieser Gegenstände im ganzen Stadion erlaubt hätte – und damit die zu erwartende Wartezeit für alle Besucher vor dem Einlass. Insofern wurden die Zuschauer auf Plätzen in den nicht genannten Bereichen ungleich behandelt im Vergleich zu denen in der Kurve und dem Gästebereich.

Nichtsdestotrotz wäre auch im Bereich der Cannstatter Kurve das sonst zahlreich mitgeführte Material entsprechend kontrolliert worden, was in letzter Konsequenz zu leeren Bereichen auf den Stehplätzen geführt hat. Denn einige Gruppen verzichteten daher freiwillig auf einen Stadionbesuch. Aber grundsätzlich erlaubt waren die Materialien. Daher waren sowohl an der Balustrade am Oberrang als auch unten in der Cannstatter Kurve diverse Zaunfahnen zu sehen – nicht jedoch die sonst üblichen Schwenker und Doppelhalter. Aus den aufgeführten Gründen.

Was für die Heimfans bindend war, galt so auch im Gästebereich. Doch anders als die Anhänger in der Cannstatter Kurve machten die Maccabi-Fans ausgiebig Gebrauch von der Erlaubnis, Fahnen mitzuführen. So waren viele davon im Gästesektor zu sehen. Auch israelische Nationalflaggen wurden gezeigt, teils auch als Zaunfahne weithin sichtbar montiert. Alles im Rahmen des Erlaubten – dennoch zur Verwunderung mancher, die offenbar die bereits am Dienstag kommunizierten Faninfos des Clubs nicht ausführlich genug gelesen hatten.