Fans des Karslruher SC haben bei der An- und Abfahrt Schäden in Regionalzügen verursacht. Foto: dpa

Die Bilanz der Polizei über das Hochrisiko-Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC fällt durchwachsen aus. Besonders die Sachbeschädigungen in den Zügen während der An- und Abfahrt seien gravierend.

Stuttgart - Bei der An- und Abreise zum Spiel des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC sind insgesamt etwa 16.000 bahnreisende VfB-Fans und knapp 2.500 Anhänger des Karlsruher SC gezählt worden. Es kam laut Polizei zu einer hohen Auslastung des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs.

Im Bereich der Bahnhöfe Stuttgart Hauptbahnhof, Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart-Untertürkheim kam es während des Einsatzes im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Stuttgart zu mehreren Straftaten bei der Anreise der Fans aus Karlsruhe. Bislang unbekannte Täter haben mehrere Deckenverkleidungen, Deckenlampen, Kopfstützen, Mülleimer sowie zwei Notentriegelungshebel in einer S-Bahn und zwei Regionalzügen abgerissen und eine Scheibe eingeschlagen.

Beim Umstieg im Hauptbahnhof Stuttgart sowie bei Einfahrt in den Bahnhof Stuttgart-Untertürkheim zündeten Unbekannte mehrfach Pyrotechnik. Ein 18-jähriger mutmaßlicher Tatverdächtiger wurde hierbei im Nachgang ermittelt. Zudem kam es in Untertürkheim zu einem gezielten Wurf von Pyrotechnik auf die Einsatzkräfte der Bundespolizei. Die Ermittlungen zu dieser versuchten gefährlichen Körperverletzung dauern noch an. In einem Interregio-Express wurde zudem die Notbremse gezogen. Durch die gemeinsame Präsenz von Bundespolizei mit deutlicher Unterstützung durch das Polizeipräsidium Stuttgart wurde im Bahnhof Bad Cannstatt ein Aufeinandertreffen der beiden Fangruppierungen verhindert.

Pyrotechnik am Hauptbahnhof Stuttgart

In der Rückreisephase zündeten Fans aus Karlsruhe beim Umstieg in einen anderen Zug in einem Fall Pyrotechnik im Hauptbahnhof Stuttgart.

Gemeinsam mit Kräften des Polizeipräsidiums Stuttgart wurden Ausschreitungen im Hauptbahnhof verhindert. Nach mehrfachen Ansprachen an die Fans aus Karlsruhe sind diese gegen 18 Uhr mit einem Regional-Express Richtung Karlsruhe abgefahren. Hier wurden erneut massive Sachbeschädigungen im Zug begangen.

Der Leiter der Bundespolizeiinspektion Stuttgart, Reinhard Pürkenauer, sagte zum Einsatzverlauf: „Das primäre Ziel, Ausschreitungen zwischen den Fanlagern zu verhindern, wurde insbesondere durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Landespolizei erreicht. Das Ausmaß der Sachbeschädigungen in den Zügen ist jedoch erheblich. Ich danke allen Einsatzkräften der Bundespolizei für den Einsatz sowie den Kolleginnen und Kollegen des Landes Baden-Württemberg für die außerordentlich gute Zusammenarbeit.“

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