Beim 2:1-Sieg des VfB Stuttgart führte Deniz Undav den VfB erstmals als Kapitän aufs Feld – und zeigte einen Torjubel, den man auch missverstehen kann. So erklärt er ihn.
„Wahnsinn, oder? El Capitano“ – mit breitem Grinsen im Gesicht feierte Deniz Undav in den Katakomben des Stuttgarter Stadions den Umstand, beim 2:1-Sieg gegen Holstein Kiel eine Premiere hingelegt zu haben. Nämlich den VfB Stuttgart als Kapitän aufs Feld zu führen.
Dabei war das gar nicht geplant. „Eigentlich hätte ich überhaupt nicht spielen sollen“, führte der Angreifer aus. Aber Atakan Karazor hatte leichte Probleme „im Hüftbereich“ im Vorfeld der Begegnung verspürt, blieb kurzfristig lieber auf der Bank. Eine Vorsichtsmaßnahme. Undav rutschte in die Startformation und übernahm die Kapitänsrolle. Karazor kam im Verlauf der Partie dann auch noch zu einem Einsatz.
Geschadet hat des dem Club in keiner Weise. Im Gegenteil, der eigentlich als Bankhocker eingeplante Nationalspieler traf nach exzellenter Vorarbeit von El Bilal Touré nach 19 Minuten mit frechem Lupfer zur Führung – und wandte sich direkt danach zur Trainerbank. Undav blickte zum Trainer, legte den Finger auf die Lippen – ein Jubel, der durchaus provokant verstanden werden kann, schließlich wird er von Torschützen meist benutzt, um den gegnerischen Anhängern eine klare Botschaft zu vermitteln. Undav dagegen hatte sich nach dem von ihm bekannten Muster wieder einmal einen Scherz erlaubt.
„Ich habe dem Trainer schon vor dem Spiel gesagt, dass ich so jubeln werde“, verriet er. Ganz nach dem Motto: ‚Das passiert, wenn du mich auf die Bank setzen willst‘ Bahnt sich da etwa Stress an zwischen dem Erfolgsstürmer und seinem Trainer? Mitnichten. „Es war abgesprochen“, so Undav – und wieder einmal ein Beleg dafür, dass die Stimmung innerhalb der Truppe als ausgesprochen gut bezeichnet werden kann. Kein Wunder, hat der VfB doch – auch dank Undavs Tor – erstmals in dieser Saison zwei Siege in Folge eingefahren.