Der VfB muss sich fußballerisch nicht bis zur Decke strecken, um den Aufsteiger Holstein Kiel mit 2:1 zu besiegen. Das tut in Zeiten englischer Wochen und mit Blick auf das Punktekonto in der Bundesliga besonders gut.
In den Katakomben der MHP-Arena spendete Fabian Wohlgemuth seinem Stürmer El Bilal Touré noch ein Lob der besonderen Sorte. Er sei „kein allzu extrovertierter Typ“, sagte der VfB-Sportvorstand über den Mann, der dem 2:1-Sieg über Holstein Kiel mit zwei herausragenden Aktionen seinen sportlichen Stempel aufgedrückt hatte.
Dabei passte das zurückhaltende Naturell des auf dem Platz zweimal so explosiven Tourés irgendwie zu der gesamten Partie: Sie ging ziemlich unaufgeregt über die Bühne, wenn man einmal von dem kurzen Wirbel um die Gelb-Rote Karte für den VfB-Verteidiger Jeff Chabot nach Rudelbildung absieht.
Dabei half, dass der VfB seine Tore (19. und 61. Minute) zur richtigen Zeit schoss. Dann musste man nach dem 1:2 durch den Kieler Armin Grigoric (84.) in der Schlussphase noch bei zwei Halbchancen kurz die Luft anhalten, ehe der Dreier der Sorte Arbeitssieg gegen einen tapferen aber fußballerisch limitierten Aufsteiger perfekt war.
Große Fußballkunst präsentierte der VfB seinem Publikum gegen die Störche nicht. Doch Hausmannskost ist in Zeiten von zwei englischen Wochen in Serie (bereits am Dienstag geht es im DFB-Pokal zuhause gegen den 1. FC Kaiserslautern) auch mal erlaubt.
Dabei musste der Vizemeister auch deshalb nicht sein letztes Hemd in die Schlacht werfen, weil man vor des Gegners Tor effektiv auftrumpfte. Zweimal in der Hauptrolle war dabei El Bilal Touré, der beim 1:0 durch Deniz Undav den Ball gekonnt und steil passte – und das Spielgerät beim 2:0 sauber ins rechte Eck wuchtete.
Weil es der Partie darüber hinaus an den großen spielerischen Effekten fehlte, wird dieses 2:1 über die Kieler schnell in Vergessenheit geraten. Die drei Punkte dagegen bleiben – und das ist im Ergebnissport Profifußball ja letzten Endes die Hauptsache.