VfB-Trainer Markus Weinzierl gibt sich kämpferisch trotz der aktuellen Lage des Clubs und der Situation mit den vielen Ausfällen. Foto: Pressefoto Baumann

Zehn Spieler zählte VfB-Coach Weinzierl auf, die am Samstag gegen Hertha BSC definitiv oder eventuell fehlen. Dennoch forderte er, vor der Winterpause noch ordentlich Punkte zu sammeln.

Stuttgart - Markus Weinzierl zögerte nicht. Ungewöhnlich schnell arbeitete der Trainer des VfB Stuttgart am Donnerstag die Liste seiner Problemfälle ab: Sieben VfB-Profis fallen für die Partie gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) sicher aus, drei weitere Akteure sind noch fraglich. Möglicherweise stellt er die angeschlagenen Daniel Didavi, Andreas Beck und Borna Sosa sogar trotz ihrer Blessuren in die Startelf. „Gefühlt spiele ich in den letzten Wochen nur Risiko“, sagte Weinzierl mit Blick auf die personelle Gesamtsituation seines Teams. „Ich kann die Situation nicht ändern und werde nicht rumjammern.“

VfB-Sextett fällt sicher aus

Dabei ist der Coach um seinen Kader derzeit überhaupt nicht zu beneiden. Vor allem die sicheren Ausfälle der verletzten Dennis Aogo, Pablo Maffeo, Berkay Özcan oder von Weltmeister Benjamin Pavard wiegen schwer. Zudem muss Weinzierl weiter auf die Rückkehr des Innenverteidigers Holger Badstuber (Wadenprobleme) warten. Erik Thommy fehlt gesperrt. Immerhin kehrt Mittelfeldarbeiter Santiago Ascacibar nach seiner abgelaufenen Gelbsperre zurück. Und sonst? „Dann spielen halt eben die Jungen.“ Damit meinte der Coach auch die beiden 17-jährigen Antonis Aidonis (Abwehr) und Leon Dajaku (Angriff).

Kritik am Stuttgarter Sportvorstand Michael Reschke, der das VfB-Aufgebot im Sommer bewusst auf weniger als zwei Dutzend Profis begrenzte, wollte Weinzierl jedoch nicht äußern. Habe man einen kleinen Kader, sei das bei einem solchen Verletzungspech schwierig. Habe man jedoch ein großes Aufgebot und alle seien fit, könnte bei nicht eingesetzten Spielern auch Frustration einsetzen. Beim VfB sei es nun aber „problematisch, wenn zehn Spieler ausfallen“.

Hoffnung bei Didavi, Sosa und Beck

Wobei er bei Didavi, Beck und Sosa noch darauf hofft, dass sie gegen die Hertha einsatzbereit sind. Spielmacher Didavi leidet zwar weiter an Achillessehnenproblemen, sollte aber am Donnerstag wieder ins Training einsteigen. Beck hatte sich in Mönchengladbach eine Knieverletzung zugezogen.

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Früher als zunächst geplant kehre möglicherweise der Kroate Sosa nach einer Schambeinverletzung zurück, sagte Weinzierl. Bei dem Linksverteidiger, der ursprünglich weiter aufgebaut werden sollte, müsse man eventuell ins Risiko gehen. „Ich bin hocherfreut, wenn sich Spieler zur Verfügung stellen.“

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„Ich weiß, dass die Mannschaft den Ernst der Lage erkannt hat“, sagte Weinzierl. Sie müsse nun drei Punkte holen - trotz aller Probleme. Schließlich könne sie die schwierige Situation im Tabellenkeller in den drei Spielen der „Englischen Woche“ vor der Winterpause gegen die Hertha, beim VfL Wolfsburg und gegen Schalke 04 korrigieren. „Wenn wir das positiv durchstehen, kann sich auch ein Schwung entwickeln.“

Dann wird die Frage sein, wie sich der VfB nach dem Jahreswechsel verstärken kann. Nicht nur mit schnellen Offensivspielern, die Torjäger Mario Gomez deutlich mehr Torchancen verschaffen können. Sondern vielleicht auch in der Breite, um Ausfälle besser kompensieren zu können. Wenn es mal wieder ganz dick kommt.

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