Horst Heldt will mit Hannover gegen seinen Ex-Verein VfB Stuttgart punkten. Foto: dpa

Der kriselnde Bundesligist Hannover 96 muss gegen den VfB Stuttgart liefern. Nach sechs Spieltagen hofft der Tabellenletzte am Samstag auf den ersten Saisonsieg.

Hannover - Sechs Spiele, zwei Punkte, kein Sieg, Letzter - doch von Anspannung bei Hannover 96 will Horst Heldt nichts wissen. „Druck habe ich eigentlich nur morgens nach dem Aufstehen - auf Toilette gehen zu müssen“, sagte der Manager des kriselnden Bundesligisten. Gegen den VfB Stuttgart muss das Liga-Schlusslicht liefern, dennoch demonstrierten Heldt und Trainer Andre Breitenreiter vor dem womöglich wegweisenden Duell Gelassenheit. „Trotz Platz 18 ist es noch angenehm ruhig“, sagte Breitenreiter vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky): „Das spricht dafür, dass man die Dinge aus Überzeugung umsetzt.“

Mit dieser Zuversicht soll dem einzig noch sieglosen Team der Bundesliga gegen die zuletzt erstmals siegreichen Schwaben der langersehnte Befreiungsschlag glücken. Zudem will Breitenreiter auf eine sichere Spielweise setzen, um individuelle Fehler zu vermeiden, die zuletzt zum deutlichen 1:4 bei Eintracht Frankfurt geführt hatten. „Wir können gegen jeden Gegner bestehen, wenn wir annähernd fehlerfrei spielen“, sagte er. „Manchmal muss man es auch einfach halten“, sagte Breitenreiter, der seinen Verteidigern unter der Woche Szenen von Weltstars wie Mats Hummels, Jerome Boateng und Sergio Ramos zeigte, wie diese die Bälle einfach in Richtung Tribüne kloppten. In der Offensive droht den Gastgebern allerdings der Ausfall von Niclas Füllkrug.

„Jetzt sind wir am Anfang des Berges“

Der Einsatz des besten Torjägers der 96er steht wegen einer Kapselzerrung im rechten Sprunggelenk weiter auf der Kippe. Flügelspieler Linton Maina fällt zudem wegen Knieproblemen definitiv aus. Nach vier Niederlagen in Folge spitzt sich die Lage zu. Man wisse um die „Situation, die nicht schön ist“, sagte Breitenreiter. Manager Heldt wies unterdessen jede Debatte um den Trainer zurück und wehrte sich gegen den Begriff des „Schlüsselspiels“ gegen Stuttgart: „Wir sind überzeugt von Mannschaft und Trainer, egal, wie es gegen den VfB ausgeht.“ Präsident Martin Kind betrachtet die diffizile Situation bei den Niedersachsen mit Argusaugen.

Auf seine sportlichen Entscheider lässt der mächtige Klubchef nichts kommen. Zumindest noch nicht. „Wir haben die Verträge mit Andre Breitenreiter und Horst Heldt vorzeitig verlängert, weil wir von ihrer Arbeit überzeugt sind“, sagte Kind Sport1: „Daran hat sich auch nach dem für uns alle unbefriedigenden Saisonstart nichts geändert“. Die Stuttgarter streben unterdessen nach ihrem zweiten Sieg, VfB-Coach Tayfun Korkut will sich mit seiner Mannschaft „ans Mittelfeld heranpirschen“.

Mit dem 2:1 gegen Werder Bremen in der vergangenen Woche ist der Tabellen-16. Hannover einen Schritt voraus, dennoch habe man „nur eine Etappe gewonnen - jetzt sind wir am Anfang des Berges. Der Berg ist aber sehr hoch“, betonte Korkut. Hannover könnte seinerseits bei einem Erfolg mit mindestens zwei Toren Differenz in der Tabelle sogar an den Gästen vorbeiziehen.

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