Der VfB gewinnt gegen die Mainzer schmucklos – zeigt dabei aber entscheidende Qualitäten, um bis ganz zum Schluss oben dabei zu bleiben, meint David Scheu.
Keine Frage, der VfB Stuttgart hat nicht sein bestes Saisonspiel gemacht am Sonntag. Bei weitem nicht. Vor allem im ersten Durchgang hatte das Team von Sebastian Hoeneß gegen den FSV Mainz 05 im eigenen Ballbesitz häufig Probleme mit der Aggressivität des Gegners, musste hinten einige brenzlige Situationen überstehen – und leistete sich obendrein eine fahrlässig vergebene Großchance in Person von Chris Führich, der freistehend auf Enzo Millot hätte querlegen müssen. Insgesamt also beileibe kein berauschender Auftritt.
Dass am Ende dennoch ein verdienter und weitgehend ungefährdeter 3:1-Heimsieg heraussprang, lag auch an einer wiederkehrenden Stuttgarter Qualität in dieser Saison. Die Mannschaft blieb bei sich, verlor nicht die Ruhe, streute beispielsweise keine hohen Bälle im Spielaufbau aus Verlegenheit oder Frustration ein. Immer im Wissen um die offensiven Qualitäten und im Glauben an die eigene Stärke, den man sich über die vergangenen Monate sukzessive erarbeitet hat.
Der VfB tritt aus gefestigte Mannschaft auf
So kippte das Spiel kurz vor der Pause dann auch auf die Seite des VfB, der den Mainzern mit zwei Treffern in schneller Folge den Zahn zog – wobei die beiden Torschützen Maximilian Mittelstädt und Jamie Leweling ganz nebenbei die inzwischen breit aufgestellte Stuttgarter Torgefahr verdeutlichten. Die Zwei-Tore-Führung brachte man nach der Pause ins Ziel, ohne das ganz große Spektakel.
Zu Buche steht damit ein glanzloser, aber auch weitgehend ungefährdeter Sieg. Und einer, der die Entwicklung des VfB in dieser Saison abermals verdeutlicht. Gerade die Partien gegen die Kellerkinder brachten die Stuttgarter in der Vergangenheit immer wieder aus dem Tritt, sorgten für Dellen und Dämpfer.
Nicht im Hier und Jetzt: Der VfB tritt als gefestigte Mannschaft auf, deren Leistung in Summe betrachtet kaum mehr unter ein gewisses Grundlevel sinkt. Gerade Erfolge wie am Sonntag – und nicht nur spektakuläre Siege gegen Leipzig und Dortmund – sind von Bedeutung, um bis zum Saisonende in den oberen Tabellenregionen zu bleiben. Der VfB hat die besten Voraussetzungen dafür.