Silas und Woo-yeong Jeong bejubeln den Treffer zum 1:0. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Trainer und Sportvorstand sind nach dem 3:0 des VfB gegen Fortuna Sittard vor allem mit einem bestimmten Entwicklungsschritt zufrieden – wollen das Ganze aber auch aufgrund der äußeren Bedingungen nicht überbewerten.

Über zu wenig Fußball konnten sich die 5500 Fans im Heilbronner Frankenstadion wahrlich nicht beklagen. Über insgesamt 120 Minuten ging das Testspiel des VfB Stuttgart gegen den niederländischen Erstligisten Fortuna Sittard bei hochsommerlichen Temperaturen, womit genügend Einsatzminuten für alle Spieler sichergestellt waren. Insgesamt 26 Spieler setzte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß am Samstagnachmittag ein – und sah von ihnen teils schön herausgespielte Tore beim nie gefährdeten 3:0-Erfolg.

 

Vor allem die beiden Flügelspieler taten sich dabei zunächst hervor, die das erste Tor in Co-Produktion beisteuerten: Eine Flanke von Jamie Leweling nahm Silas mit der Brust herunter und knallte den Ball zur Führung unter die Latte (12.). Fünf Minuten später erhöhte Leweling selbst auf 2:0, als er eine Kopfball-Vorlage von Neuzugang Ermedin Demirovic zum 2:0 einschob. In der Folge hätte Rekord-Transfer Demirovic selbst erhöhen können, scheiterte aber an Sittard-Torhüter Niels Martens. Dafür traf der eingewechselte Justin Diehl in die rechte Ecke zum 3:0-Endstand (67.).

Hoeneß zufrieden mit der Spielanlage

Weitere Tore blieben trotz guter Gelegenheiten aus – an einer wichtigen Erkenntnis änderte das aber nichts: Das Erzeugen von Torgefahr hat sich beim VfB zu keinem größeren Problem ausgewachsen, nachdem hier in der Vorwoche beim torlosen Remis gegen den FC Luzern der Motor noch merklich gestottert hatte.

Das stellte auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach Abpfiff in den Fokus: „Wir haben uns wesentlich mehr Torchancen erarbeitet als in der letzten Woche und besser ins letzte Drittel gespielt. Der Ball ist gut gelaufen.“ Mit mehr Konsequenz im Abschluss wäre ein noch höherer Sieg drin gewesen, so Wohlgemuth, der nichtsdestotrotz konstatierte: „Es war eine ganz klare Steigerung im Vergleich zur letzten Woche.“

Das sah auch der Cheftrainer ähnlich. „Ich fand unsere Spielanlage gut“, sagte Sebastian Hoeneß, „wir müssen vielleicht ein, zwei Tore mehr machen.“ Entscheidend sei aber, dass die Chancen überhaupt vorhanden gewesen waren. „Der Rest kommt dann.“

Allzu hoch hängen wollte den Sieg dennoch keiner – aus guten Gründen. Zum einen leistete der Gegner aus den Niederlanden nicht Gegenwehr auf höchstem Niveau und beschränkte sich weitgehend auf das tiefe Verteidigen, zum anderen sorgten die Temperaturen von mehr als 30 Grad für erschwerte Bedingungen. „Das Wetter war schon krass“, sagte Sebastian Hoeneß, „das waren jetzt nicht die Bedingungen, um dort irgendwas entstehen zu lassen.“ Fabian Wohlgemuth sprach von Temperaturen, „bei denen andere nicht mal vor die Türe gehen.“

Japan-Reise steht bevor

Zu einem Kuriosum kam es derweil noch, als VfB-Torhüter Stefan Drljaca in den letzten 50 Minuten beim Gegner auflief. Der Hintergrund: Sittard hatte nur einen fitten Keeper, weshalb sich beide Clubs im Vorfeld auf die Maßnahme verständigten. „Es war ja eine ganz witzige Geschichte“, sagte Hoeneß, der sich über die Möglichkeit zur Spielpraxis freute. „Jetzt haben wir alle drei Torhüter ins Spiel bekommen, das ist doch top.“

Weiter geht es beim VfB an diesem Montag mit einer öffentlichen Trainingseinheit um 10.30 Uhr, ehe die Mannschaft am Donnerstag zu ihrer Asienreise aufbricht.