Der Schalker Kreisel ist in dieser Saison ein Trümmerhaufen. Foto: imago/Cristopher Neundorf

Die Rückkehr der zahlreichen Protagonisten des FC Schalke 04 an die alte Wirkungsstätte nach Stuttgart steht unter traurigen Vorzeichen. Das Duell mit dem VfB ist dabei vor allem für den Torhüter ein besonderes.

Stuttgart/Gelsenkirchen - Seine lange Reise als Fußballprofi führt Michael Langer dorthin zurück, wo einst alles anfing. 14 Jahre ist es her, dass der Torhüter in der Meistersaison sein einziges Bundesliga-Spiel für den VfB Stuttgart bestritt: am 10. März 2007 gegen den VfL Wolfsburg (0:0), als er Timo Hildebrand vertreten durfte. In jener Saison 2006/2007 hieß der Meister-Konkurrent des VfB übrigens FC Schalke 04.

 

Jener Club also, mit dem der dritte Torhüter Langer nun an diesem Samstag in Stuttgart gastiert (15.30 Uhr). Und der mit neun Punkten Rückstand auf den Relegationsrang am Abgrund taumelt.

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SC Freiburg, FSV Frankfurt, SV Sandhausen, Vålerenga Oslo, Tampa Bay Rowdies und IFK Norrköping, das waren die weiteren Stationen des Torhüters, ehe er im Jahr 2017 dann beim FC Schalke 04 landete. Mit nun 36 Jahren hat Langer dort seine Bundesliga-Spiele Nummer zwei und drei bestritten.

Die Schalker Mission

Und weil der Stammkeeper Ralf Fährmann wegen einer angebrochenen Rippe in Stuttgart nicht einsatzfähig sein wird und auch sein Vertreter Frederik Rönnow mit Adduktorenproblemen ausfällt, wird Langer nun erneut für Schalke 04 zwischen den Pfosten stehen – und wie sein ganzer Club versuchen, das scheinbar Unmögliche, also den Klassenverbleib, doch noch möglich zu machen und beim VfB Stuttgart die so dringend benötigten drei Punkte für den Beginn dieser Mission einzufahren.

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An die königsblaue Rettung aber glauben, wenn überhaupt, nur noch Fantasten, und so steht auch die Rückkehr von einigen weiteren Schalker Protagonisten an ihre ehemalige Wirkungsstätte an diesem Samstag unter traurigen Vorzeichen.

Der Absturz

So ist das Ende der Amtszeit des umstrittenen Sportvorstands Jochen Schneider zum Ende dieser Saison beschlossene Sache. 16 Jahre lang war Schneider beim VfB tätig, ehe ihm 2014 Robin Dutt als Sportvorstand vor die Nase gesetzt wurde. Nach seiner Tätigkeit im Red-Bull-Konzern wurde er im März 2019 zum Sportvorstand von Schalke 04 berufen. Den Absturz der Königsblauen konnte Schneider später nicht aufhalten, um es vorsichtig auszudrücken.

Der Sportvorstand also ist bald Geschichte beim FC Schalke, Königsblau sucht nach einem Nachfolger. Bis der gefunden ist, übernehmen Peter Knäbel (Nachwuchs-Direktor, vorher von Januar bis März 2018 externer Berater im Nachwuchsbereich des VfB Stuttgart), Jugendcoach Norbert Elgert, der als einer der besten Entwickler von Talenten gilt, und Eurofighter Mike Büskens (aktuell Koordinator für verliehene Spieler und internationale Aktivitäten) die Schalker Kaderplanung für die nächste Saison.

Wer wird Schneider-Nachfolger?

Wer dann die Schneider-Nachfolge antritt, ist offen. Als Kandidaten gelten Knäbel selbst und der ehemaliger Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder. Auf der Liste soll angeblich auch Borussia Mönchengladbachs aktueller Chefscout Steffen Korell (49) stehen.

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Diese Personalfragen wiederum dürften den aktuellen Mann an der Schalker Seitenlinie nicht mehr interessieren. Trainer Christian Gross (66) kehrt an diesem Samstag ebenfalls an seine alte Wirkungsstätte zurück – und sollte Schalke nicht doch noch das scheinbar Unmögliche, also den Klassenverbleib, schaffen, dann ist auch seine Zeit im Sommer bei den Knappen vorbei.

Schneiders Rückholaktion

Der Schweizer Coach führte den VfB Stuttgart in der Saison 2009/2010 noch von Platz 15 auf Rang sechs – doch schon wenige Monate später musste Gross nach sechs Niederlagen in den ersten sieben Spielen in der neuen Runde wieder gehen. Zuletzt war er in Saudi-Arabien und Ägypten tätig, ehe Jochen Schneider Ende vergangenen Jahres auf die Idee kam, seinen alten Bekannten aus Stuttgarter Zeiten in die Bundesliga zurückzuholen.

Auch diese Maßnahme Schneiders verpuffte bisher und blieb erfolglos. Der Schalker Wunschkandidat für die Nachfolge von Gross vom Sommer an ist nun laut „Bild“ Steffen Baumgart, der Coach des Zweitligisten SC Paderborn.

Widmayers Ende beim VfB

Auch den aktuellen Assistenten von Gross auf Schalke dürfte die Trainersuche für die neue Saison nur am Rande interessieren. Co-Trainer Rainer Widmayer (53) ist der nächste Schalker mit VfB-Vergangenheit, der an diesem Samstag nach Stuttgart zurückkehrt. Dorthin also, wo seine Zeit als Co-Trainer Pellegrino Matarazzos im vergangenen Sommer trotz Vertrags bis 2022 zu Ende ging, weil es offenbar unterschiedliche Auffassungen über die künftige Zusammenarbeit gab.

Im Sommer ist auch für Widmayer Schluss auf Schalke. Vorher will er nun mit seinem Insiderwissen zum angestrebten Auswärtserfolg beim VfB beitragen.