Benjamin Pavard im VfB-Training – laut Trainer hat der Franzose keinen Weltmeister-Bonus. Foto: Pressefoto Baumann

Am Samstag spielt der VfB Stuttgart im DFB-Pokalauftakt gegen den FC Hansa Rostock. In der Pressekonferenz zum Spiel äußerte sich Trainer Korkut zu den Einsatzchancen von Benjamin Pavard.

Stuttgart - Tayfun Korkut spielt noch immer am liebsten mit verdeckten Karten. Nach knapp sieben Monaten beim VfB Stuttgart, mit einer als zweitbeste Rückrundenmannschaft abgeschlossenen Saison und einer vielversprechenden Vorbereitung im Rücken, verzichtet der 44-Jährige weiter auf Sprüche und allzu viele Hinweise auf seine Ideen. Zur Aufstellung im ersten Pflichtspiel der Saison, am Samstag (20.45 Uhr) im DFB-Pokal beim Drittligisten FC Hansa Rostock, nur so viel: „Für die Startelf sind alle Kandidaten vom Gefühl her.“

Hier gibt es den Liveticker der Pressekonferenz zum Nachlesen

Ob Weltmeister Benjamin Pavard spielen darf, ob Neuzugang Pablo Maffeo rechts in der Viererkette den Vorzug erhält vor Andreas Beck nach dessen auskuriertem Kreuzbandriss, ob es überhaupt vier Verteidiger gibt oder vielleicht doch mit einer Fünferkette gespielt wird - all das überlässt Korkut wie üblich den Spekulationen von Fans und Medien.

Korkut: „Wir werden nicht absteigen“

Dennoch haben sich die Dinge verändert. Korkut ist im August nicht mehr der Ersthelfer aus dem Januar, der den Traditionsverein mit aller Kraft vor der direkten Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga bewahren musste. Er hat nicht mehr den Druck, mit dem Aufsteiger und einer für seinen Vorgänger Hannes Wolf zusammengestellten Mannschaft in jeder Partie punkten zu müssen.

Korkut ist jetzt Cheftrainer eines Teams, das schon Wochen vor dem Trainingsauftakt seine Zugänge kannte. Und das nach einer Vorbereitung ohne Niederlage und Verletzungen mit dem Abstieg nach Meinung des Sportchefs nichts zu tun haben wird. „Ich lege mich jetzt schon fest: Wir werden nicht absteigen. Wir werden auch nicht groß in den Abstiegskampf geraten“, sagte Michael Reschke schon Mitte Juli.

Korkut mag das intern ebenso sehen, in der Öffentlichkeit äußert er sich dennoch gewohnt zurückhaltend: „Klar gehen wir optimistisch in die Saison. Aber ich bin zu lange dabei, um Prognosen abzugeben.“ Die Sympathie und Euphorie, die ihm nach dem schwierigen Start inzwischen entgegenschlagen, lassen den ehemaligen türkischen Nationalspieler trotzdem weiter seiner zurückhaltenden Art treu bleiben. Sprüche wie von Julian Nagelsmann, selbstbewusste Ansagen nach Art von Ralph Hasenhüttl - die gibt es von Korkut nicht.

Pokalbilanz gegen Rostock ist schlecht

Innerhalb der Mannschaft aber ist der ehemalige Trainer von Hannover 96 und Bayer Leverkusen dennoch ein Freund deutlicher Worte. Beim Training darf es auch mal derb werden. „Ich bin nicht da, um alle glücklich zu machen. Ich bin da, um alle Spieler so bereit zu machen, dass sie für den VfB das Beste geben können.“

Die neuen Optionen durch die Zugänge wie Gonzalo Castro, Daniel Didavi, Nicolás Gonzalez oder Marc Oliver Kempf freuen ihn. „Ich habe gespürt, dass wir nicht nur mehr Möglichkeiten haben, sondern dass auch der Konkurrenzkampf größer ist“, erzählte er vor der Abreise nach Rostock.

Gegen den Drittligisten ist die Pokalbilanz der Schwaben miserabel, bei allen drei Begegnungen gewann Hansa bislang. Doch das kümmert Korkut nicht. „Da hab ich sowieso gar nicht drüber nachgedacht, ob das ein Angstgegner ist. Das ist Vergangenheit“, sagte er. Jetzt, in der Gegenwart, ist Korkut der Chef. Und das klappt gut.

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