„Es ist immer gefährlich“: Der mehrmalige Welttorhüter zollt der Stuttgarter Offensive eine Menge Respekt – und bezieht sich dabei nicht nur auf einen allein.
Es ging Schlag auf Schlag. Mitte der ersten Hälfte tauchte der VfB Stuttgart im Supercup gegen den FC Bayern (1:2) binnen zwei Minuten gleich zweimal vor dem Tor der Münchner auf, in jeweils sehr aussichtsreichen Abschlusspositionen. Erst Deniz Undav, der nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite von der Strafraumgrenze zum Schuss kam (22.). Dann Nick Woltemade, der nach einem Undav-Steckpass sogar noch ein bisschen näher vor Torhüter Manuel Neuer abschloss (24.).
Nur: Beide Schüsse blieben ungefährlich und unplatziert, sodass sie den mehrfachen Welttorhüter nicht im Ansatz vor Probleme stellten. Lob hatte Neuer dennoch für die beiden Stuttgarter Stürmer übrig, als er in der Mixed Zone in den Katakomben der MHP-Arena auf den 2:1-Sieg des Rekordmeisters zurückblickte.
Woltemade? „Es ist ein sehr guter Spieler“, sagte Neuer, um dann mit einem Augenzwinkern auf dessen technischen Fähigkeiten zu verweisen: „Er ist auch Woltemessi, kann viel am Ball, ist unberechenbar.“ Es folgte die Anerkennung für den zweiten Stürmer, auf den Neuer von sich aus zu sprechen kam – ohne darauf angesprochen worden zu sein: „Das Gleiche gilt aber auch für Deniz Undav zum Beispiel, wenn er am Ball ist. Man weiß nie, was er macht, ob er nochmals einen aussteigen lässt und ob er dann mit rechts oder links abschließt.“
All das mache den VfB zu einem unbequemen Kontrahenten, der sich vor allem auf eine eingespielte und gefestigte zentrale Achse verlassen kann. „Es ist immer gefährlich, wenn man gegen die Stuttgarter spielt, gerade die Stamm-Connection im Zentrum“, betonte Neuer: „Gegen diese Mannschaft und gegen diese Stürmer ist es nicht einfach.“ Dennoch habe der FCB den Supercup verdient gewonnen, so der 39-Jährige, der sich im zweiten Durchgang dann auch noch auszeichnen konnte: mit einem starken Reflex nach einem abgefälschten Schuss von Jamie Leweling (75.).