Dreimal hat sich Hiroki Ito seit seinem Wechsel vom VfB zum FC Bayern den Mittelfuß gebrochen – am Samstag in Stuttgart steht der Japaner wieder im Kader der Münchner.
Die Verletzungsgeschichte des Hiroki Ito (26) ist an Tragik schwer zu überbieten. Kurzer Rückblick: Im Sommer 2024 wechselt der japanische Abwehrmann nach einer bärenstarken Saison für den VfB Stuttgart samt Vizemeisterschaft für knapp 30 Millionen Euro (Sockelablöse plus Boni) zum FC Bayern. Bei seiner Präsentation auf dem Podium strahlt der Japaner. Er hält ein Trikot mit der Nummer 2028 in der Hand, so lange läuft sein Vertrag beim Rekordmeister. „Hiroki wird sofort eine richtige Verstärkung für uns sein“, sagt der Münchner Sportvorstand Max Eberl damals. Er ahnt nicht, wie falsch er mit seiner Einschätzung liegen wird.
Denn in der Zwischenzeit ist viel passiert – aus Itos Sicht viel zu viel an seinem vermaledeiten Mittelfuß. Insgesamt dreimal hat sich der Innenverteidiger den seit seinem Wechsel zum FC Bayern gebrochen: zunächst im Juli 2024 unmittelbar nach dem Wechsel, dann erneut im März 2025 und zum dritten Mal im Juli dieses Jahres. In dieser Zeit verpasste Ito 69 Spiele.
Die Leidenszeit des Hiroki Ito ist vorbei
Jetzt ist die nächste Leidenszeit beendet und das nächste Comeback in vollem Gange. Ito wird an diesem Samstag in der Bundesliga-Partie an alter Wirkungsstätte beim VfB (15.30 Uhr) im Münchner Kader stehen – so, wie er es schon bei den vergangenen vier Pflichtspielen des FC Bayern getan hat. Daheim gegen den SC Freiburg wurde er vor knapp zwei Wochen nach 83 Minuten eingewechselt und lieferte gleich die Vorlage zum 6:2 durch Michael Olise, am vergangenen Mittwochabend im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Union Berlin (3:2) kam der Abwehrmann nun nach 86 Minuten in die Partie.
Der Fuß hält also wieder – das aber hatte er in München zwischendurch auch schon getan, weshalb Ito und der FC Bayern jetzt bangen und hoffen, dass dieses Mal alles gut bleibt. „Es war bislang unglücklich für Hiroki und für alle Beteiligten“, sagt Christoph Freund, der Sportdirektor des FC Bayern: „Hiroki ist jetzt aber richtig gut zurückgekommen nach den ersten Trainingseinheiten. Er strahlt. Er kann wieder das machen, was er am liebsten macht: Fußball spielen. Er ist richtig fit.“ Bisher kommt Ito auf insgesamt zehn Pflichtspiel-Einsätze im Bayern-Trikot, beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt im vergangenen Jahr gelang ihm ein Tor.
Jetzt hoffen die Bayern im Rahmen des nächsten Comebacks, dass der Japaner künftig endlich ein wichtiger Bestandteil des Kaders wird. „In dem ganzen Prozess waren wir auch vorsichtig, es ist dreimal passiert mit dem Mittelfußbruch“, sagt Freund: „Wir sind überzeugt, dass diese Geschichte jetzt vorbei ist. Mit der Art, wie Hiroki spielt, wird er der Mannschaft helfen. Er ist ein richtig guter Fußballer, und wir freuen uns mit ihm, dass er wieder dabei ist – er wird in den nächsten Monaten eine wichtige Säule für uns sein.“
Das war Ito aufgrund seiner langen Leidenszeit bisher nicht – und aktuell muss er sich im funktionierenden Münchner Abwehrbetrieb erst einmal hintanstellen. So sind Dayot Upamecano und Jonathan Tah in der Innenverteidigung gesetzt. Der Südkoreaner Minjae Kim, der allerdings kaum konstant starke Leistungen zeigt, gehört ebenso zu Itos Konkurrenten.
Der Vorzug des ehemaligen VfB-Profis: Er kann auch auf der Linksverteidigerposition spielen – wo allerdings Josip Stanisic sowie insbesondere Konrad Laimer in den vergangenen Monaten ihr Können eindrucksvoll zeigten und die lange verletzte Stammkraft Alphonso Davies mit Blick auf das neue Jahr wieder in die Startelf drängt. Raphael Guerreiro und Tom Bischof sind weitere Optionen für die Position links hinten – wo es Hiroki Ito gar nicht so sehr hindrängt: „Ich spiele lieber im Abwehrzentrum als außen“, sagt er: „Denn wenn ich als Innenverteidiger den Ball habe, habe ich das gesamte Spiel vor mir.“
Jetzt hat Ito aber erst einmal die Aussicht auf weitere Einsatzminuten – wo auch immer – vor sich. Und das ist nach der langen Leidensgeschichte schon viel wert.