Die Mannschaft des VfB Stuttgart hat wieder Grund, sich zu freuen. Sie steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Foto: dpa/Tom Weller

Die Stuttgarter befinden sich weiter in einer heiklen Saisonphase. Durch den Pokalerfolg gewinnt die Mannschaft aber an Stabilität – was sie schon am Samstag gut gebrauchen kann, kommentiert unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Der VfB Stuttgart hat einen Schritt zurück in die Erfolgsspur vollzogen. Mehr nicht. Jedenfalls nicht aus spielerischer Sicht. Die Verunsicherung war der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gegen den FC Augsburg anzumerken und die Leistung reichte gerade so, um zu gewinnen. Doch wichtig ist im DFB-Pokal das Weiterkommen – und das ist dem Fußball-Bundesligisten nach zuvor wettbewerbsübergreifend drei Niederlagen hintereinander gelungen.

 

Das 1:0 bedeutet den Einzug in das Halbfinale, dank des Treffers durch Deniz Undav (30.). Damit verkörpert er einmal mehr den Torhelden. Aber gerade am Nationalspieler lässt sich festmachen, wie schwer es dem VfB aktuell fällt, sein Spiel wieder leicht aussehen zu lassen. Vieles wirkt zäh und unglücklich. Die Freunde des schönen Stuttgarter Spiels kommen so nicht auf ihre Kosten, da sich das Team nach einem fulminanten Jahresstart in einer schwierigen Saisonphase findet.

Hoeneß weiß das einzuordnen. Der Chefcoach hat von seinen Spielern nach einer englischen Woche voller Enttäuschungen keinen fußballerischen Leckerbissen erwartet, sondern eine Mannschaft, die über Mentalität sich nicht an der Augsburger Hausmannskost verschluckt. Stabilität in der Defensive und Kontrolle aus dem Zentrum heraus waren für ihn entscheidend.

Beides kam zum Tragen, weshalb Hoeneß ungewohnt emotional jubelte. Nur nach vorne lief es nicht für seine Elf. Dennoch wollen die Stuttgarter durch den Erfolg wieder an Selbstsicherheit gewinnen. Und diese wird nötig sein, um am Samstag bei Borussia Dortmund zu bestehen. Denn durch die Punktverluste zuvor steht der Vizemeister unter Druck, um zumindest den fünften Tabellenrang zu halten. Eine Niederlage – und der BVB ist mit seinem neuen Trainer Niko Kovac dran am VfB, der seinen Pokaltraum in Berlin wahr machen möchte.