Wollen einen erneuten Abstieg mit dem VfB unbedingt vermeiden: Borna Sosa, Erik Thommy, Daniel Didavi (v.li.). In unserer Bildergalerie zeigen wir die Vertragslaufzeiten aller Spieler des VfB. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart kämpft gegen den 1. FC Köln um den direkten Klassenverbleib – und ein Trio gegen den Makel eines erneuten Abstiegs.

Ein Abstieg macht sich nie gut in der Vita. Niemand wüsste das besser als Stephan Paßlack, Andreas Keim und Jürgen Rynio. Das Trio hält einen unrühmlichen Rekord: Je fünfmal sind sie aus der Bundesliga abgestiegen – so oft wie niemand sonst in der Geschichte des deutschen Oberhauses.

 

Vor dem Abstiegsfinale des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr) steht nun für ein Stuttgarter Trio persönlich viel auf dem Spiel. Borna Sosa, Erik Thommy und Daniel Didavi wollen alles daran setzen, nicht als Zwei- beziehungsweise Dreifachabsteiger in die Geschichtsbücher des VfB einzugehen. Der Makel des Doppelabstiegs haftet bereits Emiliano Insua, Christian Gentner und Timo Baumgartl an (2016 und 2019). Als Einzige aus dem aktuellen Kader haben Sosa, Thommy und Didavi 2019 die leidvolle Erfahrung gemacht, als der VfB in der Relegation den Kürzeren zog. Didavi würde ein erneuter Absturz besonders wurmen: Hat der 32-Jährige schon den VfB-Abstieg 2016 auf seiner Visitenkarte stehen.

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Sportlich und in der Öffentlichkeit tritt der Routinier seit geraumer Zeit nicht mehr in Erscheinung. Sein letzter Kurzeinsatz datiert vom November. Probleme mit dem Knie und der Achillessehne ließen ihn in dieser Saison nie richtig in Tritt kommen, durch seine Impfverweigerung war er irgendwann komplett außen vor. Jetzt nimmt Didavi sein Schicksal hin. Enttäuscht, aber ohne Wehklagen. Einen neuen Vertrag wird der Mittelfeldspieler beim VfB nicht erhalten, sodass seine Karriere nach insgesamt 20 Jahren beim Club aus Cannstatt an diesem Samstag auf recht traurige, da unbeteiligte Weise zu Ende gehen könnte. Vorausgesetzt, der VfB schafft die direkte Rettung und muss nicht gegen den Dritten der zweiten Liga in die Verlängerung.

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Offen ist die Zukunft des Linksfußes. Bis vor Kurzem dachte er noch ans Aufhören, da auch Engagements im Ausland ohne Impfung nicht ohne Weiteres möglich schienen. Nun, da sich die Corona-Lage entspannt hat, kann sich Didavi vorstellen, doch noch ein, zwei Jährchen dranzuhängen. Zypern oder der arabische Raum gelten als Optionen.

Sosa, Thommy und Didavi vor Abschied

Didavi wird also eine eher passive Rolle einnehmen, wenn es darum geht, im Saisonfinale gegen den Effzeh letzte Kräfte freizusetzen. Anders verhält es sich bei den beiden anderen aus dem 19er-Abstiegsteam. Borna Sosa hat seinen Platz in der Startelf sicher, Erik Thommy wird zumindest auf der Bank sitzen. Sie spielen aktuell eine bedeutendere Rolle als vor drei Jahren. Damals war der Kroate in seiner Premierensaison noch als Luftikus verschrien. Beim entscheidenden Relegationsspiel stand er nicht einmal im Kader.

Heute gilt Sosa als unverzichtbarer Bestandteil des Matarazzo-Teams. Nach der Saison – also möglicherweise schon am Samstag – dürfte der kroatische Nationalspieler Stuttgart „Dovidenja“ sagen. Unabhängig von deren Ausgang. Dass Sosa für eine Ablöse von mindestens 25 Millionen Euro geht, scheint sicher. Schließlich muss Sportchef Sven Mislintat einen Transferüberschuss von 20 Millionen Euro erzielen.

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Wohin es Sosa ziehen könnte, ist offen. Vor wenigen Wochen wurde er vom FC Barcelona beobachtet, am Mittwoch berichtete die „Sport Bild“ von einem Treffen seines Beraters Fali Ramadani mit Bayern-Sportchef Hasan Salihamidzic. Dessen ungeachtet hat sich der 24-Jährige in der Vergangenheit immer wieder zum VfB bekannt, seine Identifikation mit Verein und Umfeld gilt als überdurchschnittlich. Einen Abstieg, so viel scheint klar, wünscht er weder sich noch dem VfB.

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Gleiches gilt bei Erik Thommy. Der 27-Jährige hat beim VfB alle Höhen und Tiefen miterlebt. So war er beim Abstieg 2019 dabei, auch wenn er das dramatische Finale in Berlin verletzungsbedingt nicht miterlebte. Nach dem Absturz in die zweite Liga zog Thommy nach Düsseldorf weiter (wo er erneut abstieg), ehe er wieder in Stuttgart aufschlug. Jetzt heißt es auch für ihn: Bloß nicht schon wieder!

„Der Trainer merkt, dass er in einer schwierigen Situation auf mich setzen kann“, sagt Thommy. Und betont: „Mit meiner Zukunft habe ich mich noch nicht beschäftigt.“ Diese wird aller Voraussicht nach nicht in Stuttgart liegen. Ein neuer Vertrag für Thommy ist nicht in Sicht. Wie die anderen Absteiger von 2019 wird aber auch er extra motiviert in seine letzte Runde beim VfB gehen.