Nach dem 4:1 im Hinspiel war der Einzug ins Achtelfinale Formsache. Der VfB ist nach dem 0:1 im Rückspiel gegen Celtic weiter – nun gehen die Blicke in Richtung Auslosung.
Dass der Einzug ins Achtelfinale nach dem 4:1-Hinspielsieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr geraten würde, war zu erwarten gewesen. Nach dem Play-off-Rückspiel am Donnerstagabend war die Sache dann fix: Der VfB Stuttgart steht nach dem 0:1 gegen Celtic Glasgow trotz einer über weite Strecken schwachen Leistung unter den besten 16 Teams der Europa League.
„Wir sind weitergekommen, das war das Ziel, wir sind auch hochverdient weitergekommen – das Weiterkommen war nie gefährdet“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß angesichts eines Torschussverhältnisses von 25:3. Im Schongang jedenfalls setzten sich die Weiß-Roten trotz frühen Rückstands in Minute eins durch – und schnell ging der Blick nach dem Schlusspfiff nach vorne.
Denn bereits an diesem Freitag (13 Uhr) steigt die Achtelfinal-Auslosung. Und klar ist bereits, dass der VfB auf einen Verein aus Portugal treffen wird: auf Sporting Braga oder den FC Porto. „Beide Teams sind eine große Herausforderung, ich traue uns beides zu“, sagte Hoeneß dazu noch.
Braga und Porto waren vorab qualifiziert
Braga und Porto waren als Fünfter und Sechster der Ligaphase bereits vorher für das Achtelfinale qualifiziert und hätten daher im Rückspiel gegen den VfB Heimrecht. Es ist davon auszugehen, dass Hoeneß in den Achtelfinalspielen dann wieder seine Stammelf ins Rennen schicken wird.
Beim Play-off-Rückspiel gegen Celtic am Donnerstag tat er das – Stichwort: Belastungssteuerung nach klarem Hinspielsieg – erwartungsgemäß nicht. So durften im Vergleich zum Hinspiel in Glasgow anstelle von Jeff Chabot (gesperrt), Ramon Hendriks, Angelo Stiller, Bilal El Khannouss und Ermedin Demirovic dieses Mal Luca Jaquez, Maximilian Mittelstädt, Chema, Badredine Bouanani und Tiago Tomas starten.
Und Celtic-Coach Martin O’Neill baute seine Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel sogar fast komplett um: Nur drei Profis, die bei der 1:4-Heimniederlage gegen die Weiß-Roten von Beginn an gespielt hatten, taten dies nun auch im Rückspiel. Sogar Kasper Schmeichel im Tor musste weichen, für ihn durfte Viljami Sinisalo ran. Man konnte also den Eindruck gewinnen, dass der Celtic-Trainer angesichts der fast aussichtslosen Situation nach dem 1:4 vor einer Woche das Rückspiel fast abschenkte. Doch zumindest mit dem Blick auf die Anfangsphase ließ sich da sagen: weit gefehlt.
Denn die Jungs in den schwarz-grünen Trikots erzielten bereits nach 30 Sekunden die Führung gegen einen extrem schläfrigen VfB. Der vom SC Freiburg ausgeliehene Stürmer Junior Adamu legte Luke McCowan den Ball in den Lauf, der schob mit links ins lange Eck ein. Schwer kamen die Weiß-Roten ins Spiel – aber, immerhin: Sie kamen es. Nach einer Viertelstunde gab es durch einen Linksschuss von Bouanani, den Keeper Sinisalo zur Ecke lenkte, die erste gute Chance.
Der VfB übernahm die Kontrolle, das aber zunächst, ohne sich weitere klare Möglichkeiten herauszuspielen. Weil Celtic Glasgow wiederum mehr und mehr nachließ, entwickelte sich bis zur Pause eine sehr zähe Partie. Auch, weil der VfB in der Offensive die letzte Präzision und Klarheit vermissen ließ. Mit dem 0:1 ging es also in die Halbzeit – nach der es fulminant losging.
So startete der zur Pause eingewechselte Chris Führich zehn Sekunden nach Wiederbeginn einen furiosen Lauf über links, seine Hereingabe konnte Bouanani aus kurzer Distanz aber nicht verwerten. Allein, es sollte ein Strohfeuer bleiben, denn der VfB agierte zunächst weiter zu ungenau und fahrig in seinen Offensivaktionen. Und hinten war es insbesondere der Harmlosigkeit Celtics geschuldet, dass es nicht öfters so richtig gefährlich wurde – auch da war der VfB-Auftritt in Summe eher fahrig und schwach.
Vorne gab es nach 65 Minuten wieder einen Linksschuss von Bouanani, den Sinisalo wieder parierte. Und dann, ja dann machte der VfB mal wieder Erfahrungen mit dem Video-Assistenten. Denn der griff nach dem vermeintlichen 1:1 durch Deniz Undav nach 75 Minuten ein: Ermedin Demirovic war vorher im Abseits gewesen– mit der Schulter.
Die Hoeneß-Elf drängte auf den Ausgleich, aber auch in der Schlussphase gerieten die Aktionen zu ungenau. Immerhin: Der VfB agierte nun zupackender in den letzten Minuten – die Niederlage im Rückspiel konnte er aber nicht mehr abwenden.