Hielt erst gut, machte dann aber den entscheidenden Fehler: VfB-Torhüter Fabian Bredlow. Foto: /Baumann

Auch wenn Fabian Bredlow nicht die alleinige Schuld an der 1:2-Pokalniederlage gegen Borussia Mönchengladbach trägt: In einem wichtigen Pflichtspiel sollte die beste Elf auf dem Platz stehen, findet Sportredakteur Gregor Preiß im „Nachschuss“.

Stuttgart - Natürlich wäre es höchst ungerecht, die 1:2-Niederlage im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach allein an Fabian Bredlow festzumachen. Dafür gab es mehrere Gründe. Der starke Gegner. Dass der VfB Stuttgart offensiv nicht die volle Durchschlagskraft entfaltete. Dass er in der Nachspielzeit Pech bei einem Gladbacher Handspiel im Strafraum hatte. Für die Szene des Spiels sorgte dennoch Ersatztorhüter Fabian Bredlow. Vor dem 1:2 rutschte er erst aus und sah auch danach beim Herauslaufen nicht besonders glücklich aus.

 

Dass er die übrigen 89 Minuten einen soliden Part spielte, ging in der Nachbetrachtung seiner Leistung fast unter. Völlig losgelöst von Bredlows Patzer mutet das routinegemäße Wechselspiel im Tor dennoch seltsam an. In der Bundesliga spielt die Nummer eins Gregor Kobel, im Pokal die Nummer zwei. Warum? Warum stellt ein Trainer in einem wichtigen Pflichtspiel nicht seine beste Elf auf? Zu der die Nummer eins schon qua Spielberichtsbogen gehört.

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Es ist in letzter Zeit mehr und mehr in Mode gekommen, den Ersatztorhütern im Pokal die Bühne zu bieten. Auch die Gladbacher und andere Mannschaften verfahren nach dem Belohnungs-Prinzip. Dem Teamgeist mag der Rollentausch im Tor vielleicht förderlich sein. Sportlich einleuchten mag er nicht. Weil er dem Leistungsgedanken nicht gerecht wird. In Abwehr, Mittelfeld und Sturm wird schließlich auch nicht einfach durchgewechselt. Offenbar zählt der Pokal weniger als die Punktejagd in der Liga – welchen anderen Rückschluss sollte das Wechselspielchen zwischen den Pfosten sonst zulassen?

Warum wird nur im Tor gewechselt?

Ob der VfB mit seinem Stammtorhüter das Spiel gewonnen hätte? Man weiß es nicht. So oder ist das Ausscheiden ärgerlich. Wie sagte Sportdirektor Sven Mislintat vor dem Achtelfinale: „Hinten raus kann der Wettbewerb richtig Spaß machen.“ Ein gewisses Losglück vorausgesetzt, hätte der Pokal für die Stuttgarter noch zu einer richtigen Spaßveranstaltung werden können. Mit einem Viertelfinale, einem Halbfinale und vielleicht sogar dem großen Traum vom Berlin. Nach dem 1:2 im Achtelfinale ist er ausgeträumt. „Abhaken, weiter geht’s“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. Nur nicht im Pokal. Der VfB hat eine Chance verpasst.

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