Gleiche Strafe für ungleiches Vergehen: Schiedsrichter Robert Hartmann zeigt dem VfB-Spieler Roberto Massimo (rechts) und Karim Bellarabi jeweils die Gelbe Karte. Foto: Baumann

Was hatte Karim Bellarabis Hand im Gesicht von Roberto Massimo zu suchen? Nichts, aber der Schiedsrichter belässt es bei Gelb – weshalb sich der VfB Stuttgart wie im falschen Film fühlt.

Stuttgart - Robert Hartmann hatte gute Sicht auf die Szene. Der Schiedsrichter stand auch nicht weit weg, als sich Karim Bellarabi zu einer Unbeherrschtheit hinreißen ließ (75.). Der Leverkusener fasste Roberto Massimo nach einem Wortgefecht an der Seitenlinie in Gesicht. Und natürlich hatte die Hand des Bayer-Stürmers dort nichts zu suchen. „Roberto Massimos Nase gehört ihm“, sagte Sven Mislintat. Das war jedoch der eher humorvolle Umgang mit einer ärgerlichen Aktion, denn der Sportdirektor des VfB Stuttgart machte auch klar, dass er das Ganze für rotwürdig hielt.

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Sowohl Bellarabi als auch Massimo erhielten jedoch jeweils die Gelbe Karte beim 1:1. Eine Gleichbehandlung über die sich Mislintat wunderte. „Es hätte niemals die gleiche Strafe für beide Spieler geben dürfen“, sagte der Sportdirektor. Denn Massimo war gefoult worden und wollte sich von Bellarabi nichts gefallen lassen. Dem routinierten Leverkusener war die Aggressivität des 19-Jährigen aber zu forsch – er griff zu.

Massimo nahm die Attacke standhaft. „Ich bin stolz darauf, dass er stehen geblieben ist“, sagte der Trainer Pellegrino Matarazzo und fügte an: „Das kann man auch anders entscheiden.“ Weshalb sich die VfB-Verantwortlichen wie im falschen Film fühlen: „Eigentlich müsste ich dem Spieler nach so einer Erfahrung sagen, dass er sich das nächste Mal auf den Boden fallen lassen soll und noch 43 Rollen einbaut“, erklärte Mislintat. Doch genau solche Schauspiel-Einlagen wollen sie beim VfB nicht sehen.

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