Spielt eigentlich eine gute Partie, begeht aber das spielentscheidende Foul: Gonzalo Castro (re./gegen Kevin Volland). Foto:  

Lange hält das Abwehrbollwerk des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen Stand, dann unterläuft Gonzalo Castro der spielentscheidende Fehler. Die 0:1-Niederlage gegen die Rheinländer deckt alte Schwächen auf und liefert Trainer Markus Weinzierl wenig neue Erkenntnisse. Was nun, VfB?

Stuttgart - Ein gellendes Pfeifkonzert der Fans, keine Tore und schon wieder keine Punkte. Die Lage beim VfB Stuttgart spitzt sich nach der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen immer mehr zu. Die Spielanalyse in unserer Fünferkette.

Spielidee: Ohne Mario Gomez, Anastasios Donis und Emiliano Insua, dafür mit Gonzalo Castro, Daniel Didavi und Nicolas Gonzalez in der Startelf, ließ der VfB-Trainer Markus Weinzierl gegen Bayer Leverkusen in der Defensive erstmals seit langer Zeit wieder in einer Viererkette spielen. „Hinten standen wir gut, aber vorne müssen wir zielstrebiger und effektiver werden“, resümierte Weinzierl hinterher. Denn wie in dieser Saison so oft machte die Abwehr einen guten Job – das einzige Gegentor fiel durch einen Strafstoß von Kai Harvertz (64.). Doch vorne im Sturm waren die Stuttgarter quasi nicht präsent. Während Daniel Didavi immerhin engagiert begann, ehe er in der zweiten Halbzeit abbaute, war Nicolas Gonzalez von Beginn an in seiner Rolle ganz vorne als Stoßstürmer überfordert. Dies lag nicht nur daran, dass der Argentinier große Probleme bei der ersten Annahme des Balles hat – zu oft verspringt ihm da das Spielgerät. Gonzalez ist zu häufig auch mit Tempo und Härte in der Bundesliga überfordert. „Vieles in unserem Spiel passt. Doch vorne im letzten Drittel fehlt uns einfach der Punch“, sagte der Torhüter Ron-Robert Zieler.

Spielentscheidend: Mit zuvor drei Niederlagen nach Stuttgart gereist, strotzte Bayer Leverkusen auch nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Doch im Gegensatz zum VfB schafften es die Rheinländer, wenigstens punktuell vor dem gegnerischen Tor gefährlich zu sein. So musste Torhüter Zieler bereits kurz vor der Pause gegen einen strammen Schuss von Kevin Volland in höchster Not retten. Während die Offensivabteilung der Stuttgarter mal wieder große Sorgen machte, brannten kurz vor Schluss dem Argentinier Santiago Ascacibar die Sicherungen durch. Zunächst bespuckte er Havertz, sah dann Rot von Schiedsrichter Tobias Stieler – und schubste letztlich noch den Schiedsrichter. Das wird eine lange Strafe für Ascacibar nach sich ziehen. „Ich vermute, er hat jetzt schon Sommerpause“, urteilte der ehemalige Fifa-Referee Markus Merk.

Hier geht es zur Einzelkritik des Leverkusen-Spiels

Spielentscheider: Gonzalo Castro. Der überraschend schnell wieder genesene Mittelfeldspieler lieferte gegen seinen Ex-Club eine solide Partie ab. Bis zur 63. Minute. Da ließ der Deutsch-Spanier Kevin Volland am Strafraumeck über die Klinge springen. Klarer Fall, Elfmeter. Havertz verwandelte zum Tor des Tages. Mit dem fast identischen Missgeschick brachte Castro den VfB schon beim 1:3 in Dortmund auf die Verliererstraße. „Das Tor geht auf meine Kappe, und damit auch die Niederlage“, entschuldigte sich der Routinier. Tatsächlich wäre für den VfB ein 0:0 drin gewesen (mehr aber auch nicht), denn die große Durchschlagskraft im Angriff ließen die Gäste vermissen.

Wortspiel: Torwart Ron-Robert Zieler weiß, dass sich die Schlinge um den Tabellen-16. immer weiter zu zieht. „Wenn wir noch irgendeine Chance auf den direkten Klassenverbleib haben wollen, müssen wir in Augsburg gewinnen.“ Dort tritt der VfB am Ostersamstag (15.30 Uhr) beim direkten Konkurrenten an. Gewinnen die Augsburger mit ihrem neuen Trainer Martin Schmidt an diesem Sonntag (18 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt, liegen sie aber bereits sieben Punkte vor dem VfB. Und von hinten rückt dem Tabellen-16. der 1. FC Nürnberg auf die Pelle, der an diesem Spieltag einen Zähler auf den VfB gut gemacht hat. Die lange sicher geglaubte Relegation, sie hängt mehr denn je am seidenen Faden.

Spielplan: Eine Woche lang wird sich nun alles um den Abstiegskrimi in Augsburg drehen, danach werden die Karten im Bundesliga-Keller wieder neu gemischt. Das nächste Heimspiel des VfB steigt am 27. April gegen Borussia Mönchengladbach – zur Topspiel-Zeit um 18.30 Uhr.

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