Mal wieder verletzt: Timo Gebhart vom VfB Stuttgart Foto: Pressefoto Baumann

Der Mittelfeldspieler arbeitet mal wieder am Comeback – Gentner und Boulahrouz sind zurück.

Stuttgart - Eigentlich wirkt das Ganze ja recht komfortabel. Auf dem Trainingsplatz des VfB Stuttgart herrschen Minusgrade, der Wind ist eisig, und der Boden, auf dem gekickt wird, geht auch nicht gerade als englischer Rasen durch. Dort, wo sich Timo Gebhart dagegen aufhält, ist es angenehm warm, Wind gibt es nur, wenn einer das Fenster öffnet, und das Geläuf ist ein Teppich – im eigentlichen Wortsinn. Timo Gebhart ist dennoch nicht gerne hier. Denn sein zweites Wohnzimmer ist derzeit mal wieder die Reha-Welt des VfB Stuttgart. Was bedeutet: Der Mittelfeldspieler schuftet in der Wärme für sein Comeback in der Kälte. Und er sagt: „Ich muss richtig hart arbeiten.“

Die Kollegen sagen derweil andere Dinge. Khalid Boulahrouz zum Beispiel. Auch der Niederländer konnte zuletzt kaum trainieren, wegen Rückenproblemen fehlte er beim Rückrundenauftakt, doch seine Leidenszeit ist vorbei. Mit Blick auf die Partie des VfB am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total) erklärt er: „Ich bin heiß auf Leverkusen, habe keinerlei Schmerzen mehr und fühle mich sehr gut.“

Sogar das Atmen schmerzt

Oder Christian Gentner. Der Mittelfeldspieler hatte hartnäckige Probleme im Adduktorenbereich, auch er fehlte zuletzt, sagt nun aber: „Ich bin topfit und habe den Trainingsrückstand aufgeholt.“ Auch er will am Samstag spielen – nur Timo Gebhart muss sich weiter gedulden. Und damit das tun, was ihm von Natur aus schwerfällt.

Aber es hilft ja nichts. Ausgerechnet im Abschlusstraining vor dem Rückrundenauftakt auf Schalke – Gebhart hätte zur Startformation gehört – zog er sich eine Verletzung zu. Was das Pech komplett macht: Es ist eine Blessur, die im Fußball so selten ist wie ein 0:0 im Handball. Der 22-jährige Memminger erlitt einen Riss in der Zwischenschicht der Bauchmuskulatur. „Diese Verletzung kenne ich von Speerwerfern oder Kugelstoßern“, sagt Raymond Best, der Mannschaftsarzt des VfB, „bei Fußballern habe ich sie noch nie erlebt.“ Bis Timo Gebhart zur Untersuchung kam und sich kaum mehr bewegen konnte.

Beim Atmen, beim Gehen, sogar beim Schlafen hatte er zunächst Schmerzen. „Nur beim Stehen war es okay“, erinnert sich Gebhart, der sich nach einer langwierigen Sprunggelenksverletzung gerade erst an die erste Elf herangekämpft hatte, „die ersten Tage nach der Verletzung waren hart.“ Doch dann erwachte sein Ehrgeiz wieder.

Schuften in der Rehawelt

Und der arbeitet nun auf Hochtouren. Das Ziel des 22-Jährigen ist klar: So schnell wie möglich zurückkommen, am besten noch vor dem von Best abgesteckten Zeitrahmen. „Sechs Wochen wird das schon dauern“, sagt der Mediziner und warnt Timo Gebhart davor, zu früh zu viel zu wollen: „Biologische Naturgesetze muss man schon einhalten.“

Sein Patient allerdings sieht sich schon „auf einem guten Weg“; wenn auch auf einem anstrengenden. Bis zu sechs Stunden am Tag schuftet er in der Rehawelt, geradlinige Bewegungen sind schon wieder erlaubt: Krafttraining für die Beine, leichtes Traben auf dem Laufband, Fahrradfahren. Alles in der angenehmen Wärme.

Das klingt schon ganz gut. Viel lieber aber wäre Timo Gebhart draußen in der Kälte.

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