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Der VfB-Profi Timo Gebhart sagt: "Die Öffentlichkeit soll lieber auf die Spieler losgehen."

Stuttgart - Die Hoffnungen von VfB-Trainer Christian Gross für das Kellerduell beim FC Schalke 04 am Samstag ruhen auf den Rückkehrern. Wahrscheinlich wird allerdings nur Timo Gebhart wieder zur Verfügung stehen. Aber der ist hoch motiviert. "Ich werde alles geben", sagt der Mittelfeldspieler.

Timo Gebhart (21) ist hart im Nehmen. Beim 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg vor knapp zwei Wochen spielte er 40 Minuten lang mit einer tiefen Fleischwunde an der rechten Achillessehne. Gegen den FC Schalke 04 am kommenden Samstag (15.30 Uhr) will der Mittelfeldakteur notfalls wieder die Zähne zusammenbeißen. "Ich möchte der Mannschaft unbedingt helfen - Schmerzen hin oder her", sagt er.

Vor einer Woche fing der gebürtige Memminger deshalb schon wieder mit dem Lauftraining an, am vergangenen Samstag absolvierte er erstmals eine komplette Einheit mit der Mannschaft. Auch wenn er noch ein bisschen Druck spürt - es sieht gut aus.

Das dürfte vor allem Christian Gross freuen. Für sein persönliches Endspiel gegen den Tabellen-17. braucht der Trainer des Tabellenletzten jeden Mann. Auf die Rekonvaleszenten Philipp Degen (Pfeiffersches Drüsenfieber), Johan Audel (OP am Sprunggelenk) und Daniel Didavi (Teilabriss des Syndesmosebandes) sowie die gesperrten Mauro Camoranesi und Matthieu Delpierre muss er in Gelsenkirchen noch verzichten - Timo Gebhart aber ist bereit und hoch motiviert.

"Christian Gross ist der beste Trainer, den ich je hatte"

"Uns fehlt zurzeit auch noch das Glück", klagt Gebhart, der aber nicht an der Qualität der Mannschaft zweifelt. "Wir haben super Spieler", sagt er: "Und deshalb haben wir auf dem letzten Tabellenplatz nichts zu suchen." Doch genau dort stehen die Roten seit zwei Spieltagen - und wenn gegen Schalke keine Siegesserie beginnt, könnte der Herbst richtig ungemütlich werden für Timo Gebhart und seine Mitspieler. Deshalb fordert der Offensiv-Allrounder: "Wir müssen uns noch mehr konzentrieren und das umsetzen, was der Trainer von uns verlangt."

Kritik an Christian Gross lässt der U-21-Nationalspieler nicht gelten. Im Gegenteil. Gebhart macht sich für den Schweizer, der sich bei einer Niederlage auf Schalke wohl einen neuen Arbeitgeber suchen muss, stark. "Die Öffentlichkeit soll lieber auf uns Spieler losgehen, oder von mir aus auch nur auf mich. Wir stehen schließlich Woche für Woche auf dem Platz, wir haben das zu verantworten", sagt er und hält ein eindrucksvolles Plädoyer für den Coach: "Christian Gross ist der beste Trainer, den ich je hatte. Ich habe von ihm schon so viel gelernt und einen Schritt nach vorne gemacht. Wenn er gehen müsste, wäre das eine große Enttäuschung." Am Samstag liegt es nun allein an der Mannschaft, dem Trainer den Job zu retten. Gebhart jedenfalls will alles geben. "Wir dürfen uns nicht immer auf eine gute Rückrunde verlassen. Wir müssen jetzt sofort punkten", sagt er.

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