VfB Stuttgart Der Nächste! Dutt muss gehen, Luhukay im Anflug

Von Gunter Barner 

VfB-Sportvorstand Robin Dutt: Ende der Dienstzeit nach nur eineinhalb Jahren Foto: dpa
VfB-Sportvorstand Robin Dutt: Ende der Dienstzeit nach nur eineinhalb Jahren Foto: dpa

Die Trennung zeichnete sich seit Tagen ab, jetzt ist sie amtlich. Der Aufsichtsrat des Bundesliga-Absteigers setzt Sportvorstand Robin Dutt den Stuhl vor die Tür. Die Trainerfrage ist offenbar auch entschieden.

Stuttgart - Der Eiertanz um die Zukunft von Robin Dutt (51) beim VfB Stuttgart ist beendet. Nach einer Telefonkonferenz am Dienstagmorgen entschieden die drei Aufsichtsräte des Bundesliga-Absteigers: Der Sportvorstand muss nach nur eineinhalb Jahren gehen. Sein Nachfolger soll diese, spätestens nächste Woche vorgestellt werden. Als Kandidaten im Gespräch: Stefan Reuter (FC Augsburg), Jan Schindelmeiser (ehemals Hoffenheim) und Andreas Rettig (FC St. Pauli). Favorit ist aber nach unseren Informationen Jochen Sauer. Die Trainerfrage ist dagegen beantwortet: Jos Luhukay (52) soll das Unternehmen Wiederaufstieg starten. Er wird einen Zweijahres-Vertrag bekommen – inklusive einer satten Prämie für den Fall des Wiederaufstiegs.

Noch an Pfingstmontag stand die Personalie Dutt Spitze auf Knopf. Dann überschlugen sich aber die Ereignisse. Jos Luhukay war nach Recherchen unserer Zeitung im Begriff erste Gespräche mit dem SV Werder Bremen zu führen, als ihn der Ruf des VfB Stuttgart erreichte. In Bremen denkt man über eine Ablösung von Viktor Skripnik nach, ist sich intern aber nicht einig. Ärgerlich für den VfB: Möglich, dass Skripnik-Anhänger Luhukays Wechsel nach Stuttgart deshalb an der Weser zum Thema machten.

Dutt und Luhukay: Das passt nicht

Nach einem Geheimtreffen mit VfB-Vertretern nahmen die Gespräche rasch Kontur an. Der Aufsichtsrat stimmte sich am Dienstag noch mal ab und hob dann den Daumen für den Niederländer. Damit war aber auch Dutts Aus beim VfB besiegelt. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen: Den VfB-Verantwortlichen war wohl schnell klar geworden, dass die Vorstellungen des künftigen Coaches mit denen von Robin Dutt nur schwer vereinbar sind. Angeblich teilte ihm Aufsichtsratschef Martin Schäfer die Beurlaubung am Telefon aus dem Urlaub mit. Der VfB-Sportvorstand hatte den niederländischen Trainer zwar auch auf dem Zettel bei seiner Trainersuche, war aber in die Verhandlungen schon nicht mehr eingebunden. Er wartete über Pfingsten auf grünes Licht des Kontrollgremiums, um weitermachen zu können – vergeblich. Luhukay plant offenbar eine andere Mannschaftsstruktur als von Robin Dutt geplant. Und er schätzt rustikalere Spielertypen.

Dutt hat beim VfB einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Jetzt wird eine Abfindung fällig, die bei mindestens einer Million Euro liegen dürfte. Auch der Rücktritt von Präsident Bernd Wahler wird den Verein Geld kosten. Wahler soll jährlich rund 500 000 Euro bezogen haben. Ein oder zwei Monatsgehälter wird ihm der VfB wohl noch überweisen müssen. Ex-Coach Jürgen Kramny soll nach seinem Urlaub eventuell wieder die U23 übernehmen, die in die Regionalliga abgestiegen ist. Falls nicht, wird auch für ihn eine Abfindung fällig.

Ehrenamtlicher Präsident?

Unklar blieb auch gestern, wie sich der Aufsichtsrat die künftige Führungsstruktur vorstellt. Nachgedacht wird offenbar über einen ehrenamtlichen Präsidenten, der eine Aufwandsentschädigung beziehen soll. Hermann Ohlicher, Guido Buchwald und Karl Allgöwer gelten als mögliche Kandidaten. Im Gespräch ist auch EU-Kommissar Günther Oettinger. Gleichzeitig soll der Aufsichtsrat um Persönlichkeiten erweitert werden, die das Bundesligageschäft aus eigener Erfahrung kennen.

 

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