In Frankfurt möchte der VfB Stuttgart erstmals auch auf fremden Plätzen jubeln. Foto: dpa

Der VfB Stuttgart, der bislang so heimstarke Aufsteiger, fremdelt auswärts noch – an diesem Samstag sollen endlich die ersten Punkte her.

Stuttgart - Auf Veränderungen hat Hannes Wolf in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt verzichtet. Bevor seine Mannschaft am Main aufläuft, ist alles wie gehabt: die Trainingswoche, die Anreise – und auch den Griff in die Psychokiste erspart sich der Stuttgarter Coach. Auf keinen Fall soll der Eindruck erweckt werden, der VfB Stuttgart leide an einem Auswärtskomplex. Trotz null Punkten und Platz 18 in der Auswärtstabelle.

„Das waren völlig unterschiedliche Spiele“, versucht Wolf den Zusammenhang zwischen den drei Auswärtspleiten einerseits sowie der Heimstärke (sieben Punkte, noch kein Gegentor) zu zerstreuen. In Mönchengladbach sei seine Mannschaft mit „der ersten Chance des Gegners“ in Rückstand geraten. Auf Schalke war es die erste Aktion im Spiel, die den VfB auf die Verliererstraße brachte. Und das 0:2 am ersten Spieltag in Berlin? Gut, aller Anfang ist schwer.

Hannes Wolf will endlich mal in Führung gehen

Insgesamt, findet der Coach, haben es seine Aufsteiger im Fußball-Oberhaus bislang sehr ordentlich gemacht. Auch auswärts. Im Fußball seien eben oft Kleinigkeiten entscheidend. Die Frage, wer in Führung geht zum Beispiel. „Das würde uns mal enorm helfen“, sagt Wolf, dem die generellen Schwierigkeiten seiner Jungs im Spiel nach vorne nicht verborgen geblieben sind. Die gab es aber auch in den drei Heimspielen, insbesondere bei der Nullnummer gegen den FC Augsburg. Dennoch sprangen in der Mercedes-Benz-Arena neben einen Unentschieden zwei Siege heraus, so dass der VfB im gesamten Kalenderjahr 2017 zu Hause noch ungeschlagen ist.

Alles Zufall? Ja, glaubt Wolf und schränkt ein. „Wir hatten auswärts bisher starke Gegner.“ Im Spiel bei der Eintracht scheint die Favoritenrolle erstmals nicht klar verteilt, denn beim Team von Nico Kovac steht bislang ebenfalls die Null – und zwar zu Hause, bei der Anzahl der eingeheimsten Punkte. Einer unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Wolfsburg folgte ein 1:2 gegen Augsburg; dieselben Gegner also, gegen die der VfB aus seinen Heimduellen vier Punkte holte. Was wiederum zeigt, wie eng die Liga beieinander liegt.

Beim Blick auf die Spielstatistiken ergeben sich bislang tatsächlich keine Auffälligkeiten, welche die Schwächen auf fremden Plätzen unterlegen würden. Torschüsse, Laufleistung, Ballbesitz – niemals war der Aufsteiger seinen Gegnern unterlegen. Genauso wenig, wie er sie im eigenen Stadion an die Wand spielte. Gegen Wolfsburg reichten acht Torschüsse zum Sieg, beim 1:0 gegen Mainz 05 lief die Mannschaft in der Summe fast 18 Kilometer weniger als beim 0:2 in Mönchengladbach. „Dort haben wir im Pressing erst keinen Zugriff gefunden, dann haben sie uns ausgespielt“, hat Wolf als Grund für die Niederlage ausgemacht. Eine Besonderheit in der Liga, wie der 36-Jährige feststellt. Denn: „Nur wenige Teams setzen auf Ballbesitz wie Gladbach. Die meisten generieren Torgefahr über schnelles Umschaltspiel.“

Punkte in Frankfurt wären schön – danach kommt der Angstgegner

So auch der kommende Gegner Frankfurt, gegen den der VfB fünf seiner letzten sechs Auswärtsspiele gewonnen hat. Was das für die Vorbereitung bedeutet? Eines ganz sicher: „Dass wir das Spiel nicht anders angehen werden, weil es auswärts ist.“ Wolf legt Wert auf die Feststellung, in der taktischen Herangehensweise keine Unterschiede zu machen. Seine defensive Grundausrichtung im vergangenen Heimspiel gegen Augsburg stützt diese Behauptung.

Wichtig sei, dass wir die Aufgabe „scharf und hungrig“ angehen. Entschieden widerspricht der 36-Jährige dem Eindruck, wonach man vom Aufsteiger mit der Euphorie im Rücken auf fremden Plätzen doch ein wenig mehr Pep hätte erwarten können. „Unsere Auftritte waren nicht leblos. Wir dürfen nur nicht den Fehler machen, zugunsten von mehr Torgefahr unsere bisher sehr gute Defensive zu vernachlässigen. Das wäre fahrlässig.“Wolf glaubt auch ohne Hurra-Fußball an die ersten Auswärtspunkte dieser Saison, die mit Blick auf den Spielplan eine beruhigende Wirkung hätten. Im kommenden Heimspiel ist der 1. FC Köln zu Gast. Da ist ein Heimsieg nicht zwingend garantiert – den letzten gab es 1996.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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